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Auto aus den USA importieren - Was ist zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Der amerikanische Automarkt überzeugt mit einer großen Modell-Vielfalt.

Der amerikanische Automarkt überzeugt mit einer großen Modell-Vielfalt und bietet für jeden Fahrspaß das richtige Fahrzeug. Einzelne Modelle sind beispielsweise nur auf dem US-Markt erhältlich und werden von den Herstellern nicht nach Europa importiert. Gerade das konservative Publikum aus dem Ausland ist auf traditionelle amerikanische Fahrzeuge geprägt und genießt den großen Wagen als Statussymbol, wie Stéphanie Gualina von Sixt USA bestätigt: „Wir haben in den USA ein eigenes Publikum, dass amerikanische Autos und nur amerikanische Autos möchte“. Dieses Bedürfnis teilen viele Deutsche und können im Zuge eines Imports beispielsweise den Ford Mustang oder der Nissan Murano auch auf Europas Straßen fahren.

  • Bei einem niedrigen Dollarkurs können Fahrzeuge aus den USA zu einem wahren Schnäppchen werden.
  • Die Werksgarantie ist oftmals nur auf die USA und Kanada beschränkt, sodass über einen Händler eine Zusatzgarantie abgeschlossen werden kann.
  • Je nach Norm müssen einige Fahrzeugmodelle den deutschen TÜV-Vorgaben angepasst und umgerüstet werden.
  • Das Auto wird zum Nettopreis gekauft. Die deutsche Mehrwertsteuer muss später beim Finanzamt beglichen werden, inklusive Einfuhrabgaben.

So geht's

  1. Um viele Behördengänge oder Briefverkehr mit Firmen zu umgehen, sollte man sein gewünschtes Fahrzeug importieren lassen. Der Kauf erweist sich nicht als teurer, ist jedoch deutlich schonender für die Nerven. Eine Ausnahme stellen Oldtimer. Sie sind von privat oder von einem amerikanischen Händler zu beziehen. Einem Kauf gehen hier teilweise harte Verhandlungen voraus.
  2. Zu günstige Angebote sollte man nie ungesehen wahrnehmen. Bei Gebrauchtwagen ist zu beachten, dass in Amerika das Auto als Gebrauchsgegenstand behandelt wird. Kratzer, Dellen oder gar Fehler an der Lenkung sind keine Seltenheit und zählen als normale Gebrauchsspuren.
  3. Mit der 17-stelligen Fahrgestellnummer des Wagens kann ein Carfax Report erstellt werden. Dabei trägt der Dienst für eine gewisse Gebühr sämtliche Daten des Fahrzeugs zusammen, wie Reparaturen, Abgasuntersuchungen oder Informationen zur Unfallfreiheit.
  4. Einen Neuwagen hingegen findet man innerhalb weniger Tage. Mindestens zwei Wochen sollte man für eine ausführliche und erfolgreiche Suche kalkulieren.
  5. Bezahlt wird entweder mit Bargeld oder über ein US-Konto. Beträge über 10.000 Dollar müssen beim Zoll angemeldet werden und auch das Einrichten eines Kontos kann einige Tage dauern. Allerdings sind mit Bargeld einige Rabatte bei den Händlern möglich.
  6. Nur wenige Hersteller bieten eine weltweite Garantie für ihr Fahrzeug. Einen gesetzlichen Anspruch für eine Garantie in Europa gibt es nicht.
  7. Ausgehändigt wird vom Verkäufer der US-Title. Es handelt sich dabei um ein farbiges Blatt Papier, auf dem der Übertragung von allen Seiten zugestimmt wird.
  8. Die Registration Card gilt in Amerika als Zulassung und muss immer mitgeführt werden. Sie ist gleichermaßen Steuer- und Versicherungsnachweis.
  9. Der Transport nach Deutschland kann über eine internationale Fahrzeug-Spedition erfolgen. Die Transportkosten liegen zwischen 200 und 1500 Euro. Die Dauer beträgt zwischen zwei Wochen und etwa einem Monat.
  10.  In den meisten Fällen ist eine Transportversicherung (z.B. bei Zurich) empfehlenswert. Sie deckt alle Schäden von der Fahrzeugübergabe bis hin zur Auslieferung ab. 

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