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Autodesign – Wie werden beim Kunden Emotionen geweckt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Dass Autos Emotionen wecken, liegt auch daran, dass jedes Gefährt seine Eigenarten hat - sogar jede einzelne Ausfertigung.
Technisch begründet sind diese Eigenarten durch die Auswirkungen der individuellen Fahrweise. Emotional bedeutet das aber, dass da ein Gefährt ist, das mit einem selbst durchs Leben geht und einen nicht hängen lässt. Selbst noch die billigste Plastik-Schrott-Kiste wird liebevoll verziert, teils mit Eigennamen versehen, teils sogar gelobt und ist mit liebevollen Erinnerungen beladen.

  • Eine der obersten Marketing-Maximen ist, dass je mehr sich die Produkte angleichen, desto mehr das Design die Funktion der persönlichen Identifikation mit dem Produkt übernimmt.
  • Doch wie sieht die Emotionalisierung über das Autodesign genau aus?

Emotionalisierung über das Autodesign

Oberstes Merkmal im Autodesign ist die Gestaltung der Front als Gesicht. Zwei Augen (am Deutlichsten erkennbar an den Wimpern, die einige Renault Twingo-Fahrer über den Scheinwerfern geklebt haben), das Logo steht für die Nase, der markenspezifische vordere Lufteinlass ist wesentlich, die Rückspiegel stehen für die Ohren und ein markantes Kinn betont die Macher-Qualitäten insbesondere bei Sportwagen oder Oberklasseautos.

Überhaupt spielen Symbole wie Selbstbewusstsein, Aktivität und Sportlichkeit bei sehr vielen Autos eine große Rolle. Das fängt an bei seitlichen Lufteinlässen, schräg stehenden Frontscheiben. Überträgt sich im Mittelteil auf die nicht zu vernachlässigenden Türgriffe, dem Design der Außenspiegel und den unpraktischen, aber markanten breiten C-Säulen. Um schließlich im Heck zu enden. Mit den Klassikern, der möglichst scharfen Abrisskante, die breiten Rückleuchten und dem sehr wichtigen hohen und wuchtigen hinterem Stoßdämpfer, was erneut eher unpraktisch ist.

Eine Abwandlung dieser Anmutung im Autodesign ist die verstärkte Betonung der Coolness, die ihren Ausdruck in einem möglichst coupehaften Äußeren Ausdruck findet. Bestandteile hier sind eine möglichst lange Motorhaube, das Weglassen der hinteren Türen (bei einigen Modellen noch vorhanden, aber die Türgriffe sind so im Eck verbaut, dass der Eindruck eines Coupes entsteht) und eine nach Innen gewölbte Seitenlinie.

Die verhältnismäßig neue Richtung des Autodesigns symbolisiert die Fähigkeit, in einer zunehmend unsicheren Welt auf jede Eventualität die passende Antwort zu haben. SUV's sind sowohl sportlich, als auch (oft nur dem Design nach) geländetauglich und bieten reichlich Platz. Das wesentliche Designmerkmal hier ist die erhöhte Sitzposition, sei es (wie z. B. bei Volvo) einfach durch die höhere Autoposition. Auch sehr an Bedeutung zugenommen haben Dachleisten. Am Sichtbarsten zu sehen (und in Kombination mit dem Vorangegangenen) beim VW Polo CrossCountry, einem Auto, das nun wirklich nur vom Äußeren her geländefähig ist.

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