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Defekter Fahrschein-Automat - Darf man gratis fahren?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:11
Darf man dann gratis fahren? Lesen Sie deshalb mehr über die korrekte Vorgehensweise.

In vielen Verkehrsverbünden und im Nahverkehr der Deutschen Bahn ist der Kauf des Fahrscheines nur an Automaten möglich. An den meisten Stationen finden sich mehrere Fahrkartenautomaten, dennoch ist ein defekter Fahrschein-Automat nicht auszuschließen. Darf man dann gratis fahren? Nein. Lesen Sie deshalb mehr über die korrekte Vorgehensweise. 

So verhält man sich korrekt

  • Wenn nur ein defekter Fahrschein-Automat vorhanden ist, dann empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Notieren Sie auf alle Fälle die genaue Uhrzeit, Station und die Automatennummer des defekten Automaten. Achten Sie dabei auf die Beförderungsbedingungen des Verkehrsunternehmens: Diese sehen vor, dass der Anspruch auf Kauf eines Fahrscheines bereits mehrere Minuten vor der Abfahrt des Zuges erlischt! Deshalb sehen die Bedingungen sogar vor, dass man sich nach einem anderen Automaten umsieht. An zweigleisigen Stationen bedeutet dies, dass man bei einer Fahrt "stadteinwärts" auch auf dem Bahnsteig "stadtauswärts" schaut. 
  • Gibt es auch hier keine Fahrkarte, so hält man am besten nach einem Schaffner Ausschau, dem man vor dem Einsteigen Bescheid sagt. Im S-Bahn-Verkehr kann man insbesondere wenn man weiß, wo das Fahrzeug zu stehen kommt, auch dem Fahrer Bescheid sagen. Und dann lediglich eine einzige Station mitfahren und den Fahrschein dann am nächsten Halt nachkaufen. Ohne rechtzeitige Meldung wird - übrigens ganz zu Recht - das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 Euro berechnet. Dies gilt auch, wenn man den Fahrschein nicht bei der nächsten Gelegenheit - also bei der nächsten Station - nachgekauft hat. 
  • Warum dies so ist? Mit Einführung der Verkehrsverbünde und der weitgehenden Selbstkontrolle innerhalb der Fahrzeuge wurden Fahrscheine erheblich günstiger. Anstatt einen separaten Fahrschein für S-Bahn und Straßenbahn einzeln zu verkaufen wird ein ermäßigter Kombitarif berechnet. Dieser kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen und nicht versuchen, auf Kosten anderer zu fahren. 
  • Ein defekter Fahrschein-Automat wurde zudem schon oftmals als Ausrede benutzt, um lange Strecken gratis fahren zu können. Deshalb können der ohnehin nur selten mitfahrende Prüfdienst oder die S-Bahn-Wache auch keine Ausnahmen machen. Denn sie können ja nicht unterscheiden, wer gratis fahren möchte und wer sich an die Regeln hält. Im Extremfall wird dann eine Fahrpreisnacherhebung (FPN) ausgestellt und man muss eben die 40 Euro bezahlen. 
  • In den Verkehrsverbünden kommt zudem noch hinzu, dass es meist Mehrfahrten- oder Streifenkarten gibt, die oftmals bis zu 1 Jahr gelten und dann abgefahren werden können. Deshalb ist der beste Rat an den häufig fahrenden Kunden im Verkehrsverbund sich eine Mehrfahrtenkarte auf Vorrat zu kaufen. Dann hat ein defekter Fahrschein-Automat auch keinen Schrecken.

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