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Letztes Update am 06.02.2015, 09:29
Trotz kontroverser Studie punkten E-Autos laut Experten mit umweltschonenden Eigenschaften.

Eine aktuelle Untersuchung aus den USA stellt Elektroautos als nachhaltige Verkehrsmittel in Frage. Heimische Experten kritisieren die Ergebnisse der Studie, die man aufgrund der unterschiedlichen Stromproduktion nicht auf Österreich umlegen könne.

 

Ökolüge“ und „Giftschleuder“ – Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der US-amerikanischen National Academy of Sciences führte zu erneuten Debatten über die Umweltbilanz von Elektroautos. Abhängig vom getankten Strom könnten E-Autos demnach die Luft schlimmer belasten als gewöhnliche Benziner. Fachleute kritisieren die Untersuchung, die ihrer Meinung nach unreflektiert wiedergegeben wurde: „Elektromobilität ist und bleibt die sinnvollste Alternative, wenn es um umweltschonende Individual-Mobilität geht, die Ressourcen nachhaltig nützt. Österreich ist in Sachen Energiegewinnung Vorreiter und ein Musterland, wenn es um erneuerbare Energiequellen geht. Daran ändern auch ziemlich einseitige US-Studien nichts“, unterstreicht Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer eines österreichischen Ladenetzes für Elektroautos. „E-Mobilität wird wesentlich dazu beitragen, dass unsere Städte wieder lebenswerter werden“, ist er sicher.  

Andere Stromerzeugung in den USA

Dass es von der Art des Stroms abhängt, wie sehr die Umwelt durch E-Autos geschont wird, bleibt zwar unbestritten, anders als in den USA wird der Strom in Österreich, laut Doris Holler-Bruckner, Präsidentin des Bundesverbandes nachhaltiger Mobilität, aber zum Großteil aus ressourcenschonenden Maßnahmen wie Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Photovoltaik produziert. Ein Umstand, der in der medialen Berichterstattung zumeist ausgeklammert wurde. „In keinem einzigen Modellprojekt in Österreich fahren die Elektrofahrzeuge nicht mit 100 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen“, so Holler-Bruckner. Eine Umfrage des Verbandes zeigt zudem, dass mehr als 98 Prozent der E-Fahrer entweder eine eigene Photovoltaik-Anlage betreiben oder Ökostrom beziehen. Die CO2-Reduktion von 167g pro Kilometer bei konventionellen Fahrzeugen auf durchschnittlich 40g pro Kilometer bei E-Autos, niedrigere Betriebs- und Wartungskosten sowie die Verringerung der Öl-Abhängigkeit sprechen zudem zusätzlich für die alternativen Fahrzeuge.

Dass E-Autos immer nur in dem Maß umweltschonend wirken, in dem der antreibende Strom produziert wurde, liegt auf der Hand. Angesichts der Tatsache, dass Österreich zu den Vorreitern erneuerbarer Energien zählt, wird aber deutlich, dass jedes E-Auto auf den einheimischen Straßen einen ökologischen Vorteil gegenüber klassischen Verbrennern vorweisen kann.