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Die Probefahrt: Tipps vom Profi

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Ein Autokauf will wohl überlegt und sorgfältig bedacht sein, damit man im Nachhinein keine bösen Überraschungen mit dem erstandenen Fahrzeug erlebt.
Gerade beim Kauf von gebrauchten Autos sollte man daher nicht nur genügend Zeit mitbringen, eine sorgfältige Recherche zum gesuchten Fahrzeug erleichtert die im Anschluss daran geführten Gespräche mit dem Verkäufer um ein Vielfaches.

 

Als Abschluss der Beratung und vor dem tatsächlichen Kauf sollte der potentielle Käufer jedoch in jedem Fall die Möglichkeit nutzen, das gewünschte Fahrzeug in einer Probefahrt zu testen. Erst hier lassen sich die vom Verkäufer zugesicherten Eigenschaften überprüfen und eventuell vorhandene Mängel erkennen.

Vor der Probefahrt - Beurteilung der Optik

 

Als Einstieg zur Probefahrt empfiehlt es sich, zunächst einmal die äußeren Bauteile in Augenschein zu nehmen. Eine intensive Betrachtung des Lackes ergibt erste Hinweise auf kleinere Mängel, wie Steinschlag- und Hagelschäden sowie Kratzer und kleinere Beulen, die den Wert des Fahrzeugs mindern.

 

Besondere Aufmerksamkeit sollte auf die Verbindungsstellen einzelner Bauteile gelegt werden. Sind hier größere Spaltmaße zu erkennen, ist dies in der Regel ein Hinweis auf vorangegangene Unfallschäden, die nicht fachgerecht oder nur unzulänglich behoben wurden. 

 

Auch die Funktion der einzelnen Türen sowie des Kofferraums sollte kurz überprüft werden. Als Abschluss empfiehlt es sich, den Motorraum zu überprüfen. Dieser sollte über ein, den Umständen entsprechendes und gepflegtes Erscheinungsbild verfügen und keine offensichtlichen Mängel, wie etwa ausgetretene Flüssigkeiten oder defekte Kabel aufweisen.

 

Eine Kontrolle der letzten Wartungsintervalle für Öl- und Kühlmittelwechsel ist darüber hinaus in der Regel über angeheftete Schilder möglich.

 

Während der Probefahrt - oder warum man nicht einfach losfahren sollte!

 

Vor Beginn der eigentlichen Probefahrt sollte man sich einen kurzen Überblick über die wichtigsten Funktionen verschaffen sowie offene Fragen durch den Verkäufer beantworten lassen. Nachträgliche Erläuterungen stören nicht nur, sie verhindern auch den eigentlichen Zweck einer Probefahrt, nämlich das Fahrzeug auf "Herz und Nieren" zu überprüfen. 

 

Es empfiehlt sich, die Probefahrt auf verschiedenen Strecken, wie Landstraßen, Stadtwege und Autobahnen, durchzuführen, um einen möglichst umfangreichen Überblick über das Fahrverhalten des Fahrzeuges zu bekommen.

 

Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten tragen darüber hinaus dazu bei, eventuelle Nebengeräusche sowie unerwünschte Eigenschaften, wie abgefahrene Reifen, zu ersetzende Stoßdämpfer oder Bremsen, zu erkennen. Besonderes Augenmerk sollte auch auf eine gleichmäßige Beschleunigung und ein insgesamt ruhiges Fahrverhalten gelegt werden. 

 

Nach der Probefahrt ist vor dem Kauf!

 

Die Ergebnisse aus der Probefahrt bieten eine gute Basis für das abschließende Gespräch mit dem Verkäufer. Aufgetretene, kleinere Mängel sollte man im Anschluss daran direkt mit ihm besprechen.

 

Oftmals ergibt sich hier ein Verhandlungsspielraum für den späteren Kaufpreis und weitere Zusagen des Verkäufers. Käufer können insgesamt nur von der Nutzung der Probefahrt profitieren und die gewonnenen Erkenntnisse optimal ausschöpfen.

 

Es empfiehlt sich daher auf gar keinen Fall, eine Kaufentscheidung ohne eine Probefahrt zu treffen!

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