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Letztes Update am 11.01.2016, 14:53
Allradantriebe schlagen Heck- und Frontgetriebe-Autos, wie Praxistests zeigen.

Steht ein Autokauf bevor, hat man die Qual der Wahl. Diesel oder Benziner? Kombi? SUV? Zweirad- oder Vierradantrieb? Wird die Karosse regelmäßig zum Ziehen von Lasten verwendet, ist dem geeigneten Antrieb besonderes Augenmerk zu widmen.

Sieger am Berg

Für den Transport von Arbeitsmaterialien und Geräten wie Leitern, Holz, etc. ist möglicherweise ein Anhänger notwendig. Ein Wohnwagen für den nächsten Campingurlaub kann eine Zuglast für ein Auto sein. Der ÖAMTC testete und verglich Modelle verschiedener Hersteller mit Front- oder Heck-, und Allradantrieb. Bei guten Straßenverhältnissen fällt keines der Fahrzeuge aus der Reihe, bekräftigt ÖAMTC-Techniker Stefan Kerbl. „Auf trockenem Untergrund funktionieren alle Antriebsarten gut“, erläutert er die Testergebnisse. Beim Ausweichen mit höheren Geschwindigkeiten zeigen sich ebenfalls kaum Unterschiede. „Lediglich auf nassen, steilen Bergstrecken oder bei lockeren Untergründen wie Geröll oder Matsch liegt der Allradantrieb klar vorne“, fasst Kerbl zusammen. Deutliche Vorteile für den Antrieb mit vier Rädern zeigen sich im Gebirge. „Beim Frontantrieb gibt es in bergigem Gelände Traktionsprobleme, die bis hin zum kompletten Versagen auf glattem oder unbefestigtem Untergrund führen“, so der ÖAMTC-Experte. „Besser war es mit dem Heckantrieb. Noch besser aber bei der Allrad-Variante.“ In Punkto Sicherheit und Fahrdynamik gibt es keinen klaren Gewinner.

Überlegter Autokauf

Die Testergebnisse legen nahe, dass Allradantrieb die Nase vorne hat. Kerbl weist aber auf die Nachteile dieser Fahrzeuge hin. Er rät, sich genau zu überlegen, ob Allrad unbedingt notwendig ist. „Der Anschaffungspreis ist höher. Bei den getesteten Modellen kann der Preisunterschied rund 2.000 Euro ausmachen“, rechnet der ÖAMTC-Techniker vor. Zudem bedeute Allrad auch einen um bis zu 0,85 Liter pro 100 Kilometer höheren Treibstoffverbrauch. Bei manchen Modellen kommen noch höhere Wartungskosten hinzu. Auch Zulade-Möglichkeiten sind mitunter begrenzt. Für einen Kauf ist der Einsatzort des Zugfahrzeuges entscheidend. „PKW-Lenker, die viel auf verschneiten Bergstraßen, durchweichten Wiesen oder steilen Schotterwegen unterwegs sind, sollten sich für Allrad entscheiden. Zieht man öfters schwere Lasten, sind Heck- oder Allradantrieb eher geeignet“, hält ÖAMTC-Experte Kerbl fest. „Und Urlauber, die im Sommer Campingplätze anfahren, sind mit Front- oder Heckantrieb am besten bedient.“
Für Fahrkomfort und Sicherheit ist der Antrieb entscheidend. Fährt man viel im Gebirge, zahlt sich sogar ein teurer Allrad aus.
(cg)

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