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Letztes Update am 06.02.2015, 09:11
Der neue Trend des E-Carsharing bietet viele Vorteile und macht sogar doppelt Sinn.

Bis zu acht Privat-PKW´s ersetzt ein Carsharing-Wagen laut Verkehrsclub Österreich im Schnitt. Zunehmend wird nun auch im Bereich der „geteilten Autos“ immer mehr auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesetzt – mit großem Erfolg.

Sechsmal um die Welt

10.000 Fahrten mit geliehenen Elektroautos und mehr als 250.000 zurückgelegte Kilometer – das EU-Projekt „eBridge“, bei dem das Carsharing mit E-Autos getestet wird, ist in Österreich besonders vielversprechend. Seit dem Frühjahr 2013 wird die Untersuchung, bei der die Chance von elektrisch betriebenen Fahrzeugflotten in europäischen Städten getestet wird, durchgeführt. Und besonders hierzulande zeigte sich, dass diese Chance sehr groß ist: Mehr als sechs Erdumrundungen haben die Österreicher mit den elektrischen Leihmobilen unternommen und haben davon in vielerlei Hinsicht profitiert. "Im Schnitt ist ein Privat-PKW nur eine Stunde am Tag in Betrieb. Die restliche Zeit steht das Auto. Carsharing verhindert solche Leerläufe: Durch die gemeinschaftliche Nutzung werden nicht nur die Kosten sondern auch die Anzahl der stehenden Fahrzeuge reduziert“, weiß etwa Peter Breuss, technischer Direktor der REWE International AG.  

Das elektrische Plus

Mit der geteilten Elektromobilität wird die Palette der Vorteile sogar noch weiter ergänzt: „Carsharing mit Elektroautos ist ökologisch doppelt sinnvoll: Zum einen sind weniger Autos unterwegs, zum anderen werden diese mit Ökostrom angetrieben“, erklärt August Hirschbichler, Vorstandssprecher der Salzburg AG. Aber nicht nur in städtischen Bereichen, sondern auch am Land sind die strombetriebenen Leihfahrzeuge zunehmend gefragt. Hier gleichen die Alternativwägen vor allem das oftmals wenig ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz aus. Vielversprechend ist auch der E-Carsharing-Anbieter EMIL. Als Pilotprojekt im März 2012 in Salzburg gestartet, finden sich mittlerweile schon 15 Ladestationen an diesem Standort. „Unser Ziel ist, in allen relevanten Stadtteilen zumindest eine Ausleihstation zu haben“, sagt Geschäftsführer Dietmar Emich. Wer sein EMIL-Auto auflädt, kann in Salzburg sogar kostenlos in der Kurzparkzone verweilen. Durch die Beseitigung möglicher Unannehmlichkeiten ist das Angebot daher für viele interessant geworden. Mittlerweile können E-Carsharer das Angebot auch in Wien und Graz um 3,90 Euro pro Stunde in Anspruch nehmen.

Elektromobilität und Carsharing sind in Österreich längst verbreitet. Weil die Anschaffung von E-Fahrzeugen für viele noch eine große Überwindung darstellt, ist die Kombination beider Angebote sehr aussichtsreich. Nach einer „Probezeit“ mit einem geliehenen E-Auto ist der Schritt zur eigenen Anschaffung oftmals nicht mehr weit entfernt.