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Kindersitzregeln im Auto? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:13
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, deshalb gelten für sie auch besondere Gesetze.
Was die Sicherung im Auto betrifft, lässt sich generell sagen, dass Kinder ab 12 Jahren im Auto vorne sitzen dürfen. Dass sie dabei den Sicherheitsgurt anlegen müssen, ist selbstverständlich. Doch auch Kinder unter 12 Jahren dürfen auf dem Beifahrersitz sitzen. Dabei müssen jedoch bestimmte gesetzliche Regelungen beachtet werden.

  • Babyschalen und rückwärtsgerichtete Kindersitze dürfen vorne nur verwendet werden, wenn das Front-Airback-System ausgeschaltet ist. Sonst droht Lebensgefahr!
  • Wichtig ist auch, nicht nur das Kind, sondern auch das Rückhaltesystem gut zu sichern. Denn der beste Schutz nützt nichts, wenn er nicht gut befestigt ist.
  • Auch, wenn das Kind hinten mitfährt ist immer auf ausreichende Sicherung zu achten. Dies gilt auch für ganz kurze Strecken.

Kindersitzregeln beim Auto fahren

Kinder unter 12 Jahren dürfen im Auto vorne sitzen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Hat ein Kind eine Körpergröße von mehr als 1,50 m darf es auch wenn es jünger als 12 Jahre alt ist vorne sitzen. Es muss in diesem Fall den regulären Sicherheitsgurt anlegen.
  • Ein Kind darf vorne sitzen, wenn es in einem, seiner Größe entsprechenden, Kindersitz mit ECE R 44/03 bzw. ECE R 44/04-Prüfzeichen gesichert ist. 
  • Bei Kindersitzen bzw. Kinderrückhaltesystemen wird zwischen vier Systemen unterschieden, die sich auf verschiedene Alters- bzw. Gewichtsgruppen beziehen.
  • Gruppe 0+: Babys und Kleinkinder bis zu einem Gewicht von 13 kg bzw. einem Alter von ca. 15 Monaten können mit Babyschalen oder rückwärtsgerichteten Kindrückhaltesystemen vorne gesichert werden. 
  • Gruppe 1: Kinder von 9 bis 18 kg bzw. 9 Monaten bis 4 Jahre. Hier gibt es verschiedenen Systeme und Modelle, von Reboardsitzen angefangen über Fünfpunktgurtsysteme bis hin zu Dreipunktgurtsystemen. Das Kind sitzt dabei meist noch "im" Sitz und nicht auf dem Sitz.
  • Gruppe II und III: Kinder von 15 bis 36 kg und einem Alter zwischen 4 und 12 Jahren. Sie bestehen aus verschiedenen Sitzerhöhungssystemen mit oder ohne Rückenlehne. Die Sitzerhöhung ist notwendig, damit das Kind bei einem starken Bremsvorgang nicht unter dem Gurt durchrutscht bzw.nicht  durch den Gurt im Bauch- oder Halsbereich verletzt wird.
  • Sitzerhöhungssysteme mit Rückenstütze bieten mehr Sicherheit im Falle eines Seitencrashs.
  • Es ist empfehlenswert, sich im ausgesuchten Fachhandel beraten und die korrekte Bedienung und Befestigung des Systems genau erklären zu lassen.
  • Bei der Sicherung des Kindes im Auto ist Schnäppchenjagd oder Nachlässigkeit unangebracht. Sicherheit geht immer vor!

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