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Knoten in der Schifffahrt - Fakten und Hintergrundinfos

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Bei einem Knoten in der Schifffahrt handelt es sich um genau eine Seemeile pro Stunde.

Viele schrecken vor der Maßeinheit Knoten zurück, da sie fremd wirkt und man sich ihre Herkunft und Bedeutung nicht wirklich erklären kann. Dabei ist es ganz einfach.

Bitte beachten

  • Bei einem Knoten in der Schifffahrt handelt es sich um genau eine Seemeile pro Stunde. Legt ein Boot also acht Knoten zurück, so fährt es acht Seemeilen in der Stunde. 
  • Eine Seemeile selbst beträgt 1852 Meter. Es handelt sich hierbei um eine Bogenminute des Äquatorsumfanges. Dies erklärt auch die aus metrischer Sicht sehr krumme Zahl. 
  • Wird der Umfang der Erde mit seinen Wert über 40.000 Kilometern erst durch 360 Grad und anschließend durch 60 Minuten geteilt, ergibt dies rund 1,852 Kilometer – sprich die eben genannte Seemeile.

Doch wieso wird bei der Schifffahrt von Knoten gesprochen?

  • Dieser Begriff stammt noch aus einer Zeit, in der die Geschwindigkeit von beweglichen Dingen stets mit der Hand gemessen werden musste. Hierfür wurde am Heck ein Brett mit Hilfe eines Seiles ins Wasser gelassen. Ein Matrose ließ dieses locker durch seine Hände gleiten und hielt das Ende sicher fest. Über das gesamte Seil waren in zuvor festgelegten Abständen Knoten angebracht, die der Matrose beim Herablassen zählen musste. So war er in der Lage, die zurückgelegten Seemeilen, beziehungsweise eben Knoten, zu bestimmen. Solch ein Messgerät, das zwar äußerst primitiv, dafür jedoch auch sehr nützlich war, wurde auch als das Log bezeichnet. Hiervon leitete sich der Begriff Logbuch ab.
  • Heutzutage wird die Geschwindigkeit, die ein Schiff zurücklegt, mit Hilfe von Satelliten bestimmt. Diese orten die Position und können dadurch die aktuelle Geschwindigkeit wiedergeben. Häufig werden auch Messinstrumente in Form kleiner Schaufelräder verwendet. Diese ragen aus dem Rumpf heraus und messen anhand des vorbeiströmenden Wassers die Schnelligkeit des Schiffes. Kapitäne werden während ihrer Ausbildung intensiv darin trainiert, die Geschwindigkeit eines Schiffes auch ohne Hilfsmittel abschätzen zu können. Dies ist sehr wichtig, da bei einem plötzlichen Ausfall der Messinstrumente häufig nur noch eine eigene Anpeilung der Geschwindigkeit möglich ist.
  • Folgende Vorgehensweise ist dabei für die Schifffahrt die bekannteste. Hierbei stellen sich zwei Personen auf das Deck des Schiffes und halten einen großzügigen Abstand voneinander. Der vorderste Matrose wirft einen unbedenklichen Gegenstand, beispielsweise eine Orange, in das Wasser. Die Person hinter ihm zählt die Sekunden, die die Frucht benötigt, um an ihm vorbeizutreiben. Anschließend wird der Abstand zwischen den Matrosen gemessen und mit zwei multipliziert. Dieser Betrag wird durch die Sekunden dividiert, die die Frucht benötigt hat, um den zweiten Matrosen zu passieren. Das aus dieser Rechnung resultierende Ergebnis stellt die ungefähre Schiffsgeschwindigkeit dar.

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