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Mensch und Auto – Assoziiert man Autos mit bestimmten Charakterzügen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Kann man Menschen auf Grund ihres Autos einen gewissen Charaktertyp zuordnen?
Wir wollen immer wissen, mit wem wir es zu tun haben. Blitzschnell schätzen wir den Anderen ein, deuten Erscheinung, Gesten, Habitus und überhaupt alles, was Hinweise auf den Charakter erlaubt. Ist er aggressiv oder friedlich? Will er etwas von mir?
Es ist wichtig, eine Situation oder Person schnell einschätzen zu können. Unsere Vorfahren, die ein gestreiftes Fell nicht sofort mit Tiger und Gefahr assoziierten und dementsprechend reagierten, wurden von der Evolution aussortiert.
Natürlich bietet sich an, alles mit dem sich der Mensch umgibt, zu interpretieren. „Kleider machen Leute“, sagt man, und so überlegt man sich auch, was es mit der Kombination Mensch und Auto auf sich hat.

Welche Rückschlüsse kann man von einer Automarke auf den Charakter des Fahrers schließen? Wie passen Mensch und Auto zusammen?

Wie mit allen Klischees verhält es sich auch mit denen über Autos: Sie sind überzogen und stecken alle in die gleiche Schublade. Damit tun sie vielen unrecht. Nicht jedes Tier mit Streifen auf dem Fell ist gefährlich. Aber die Betroffenen werden mit den Vorurteilen leben müssen.

  • Der Fahrer eines Geländewagens wird als abenteuerlich und naturverbunden eingeschätzt.
  • Kombis werden praktisch veranlagten Familientypen zugeordnet.
  • Sportwägen und Cabrios werden angeblich von Singles und Aufreißertypen gefahren.
  • In Limousinen sitzen eher biedere Karrieretypen.
  • Klein- und Kompaktwägen werden von sparsamen, umweltbewussten und urbanen Typen gelenkt.

Gründe für die Wahl eines Autos

Diese Kategorien sind grobe Vereinfachungen. Wer zum Bespiel in den Alpen mit schwierigen Wetterbedingungen konfrontiert ist, hat andere Gründe für die Wahl eines Geländewagens als jemand, der am Wochenende mal durchs Gelände flitzen will.
Wer einen Kombi fährt, braucht in der Regel viel Platz. Dabei muss es sich aber nicht nur um die Familie handeln. Es kann auch ein Handwerker sein, der Werkzeug unterbringen muss oder um einen Reisenden mit Musterware.
So macht es einen Unterschied, ob es sich um einen Porschefahrer im mittleren Alter handelt oder um eine Sekretärin, die sich für ein VW-Cabrio begeistert.


Manchmal will jemand seinen Erfolg mit einer teuren Limousine zeigen. Manchmal aber schätzt jemand, der viel unterwegs sein muss, schlicht und einfach den Komfort und die Sicherheit.

Es wäre interessant, die Frage einmal umzudrehen: Verändert das Auto den Charakter des Fahrers? Wird ein Fahrer abenteuerlustiger mit einem Geländewagen? Wie verhält sich jemand in einem Sportwagen, wenn die Weiblichkeit auf ihn reagiert?
Zum Thema Mensch und Auto gibt es für die Psychologie noch viele Fragen zu lösen. In der DDR war es einfacher: Alle fuhren Trabbi – vom Playboy bis zum Familienvater!

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