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PS-Flitzer: Wie man extrem starke Autos kontrolliert

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Es ist der Traum jedes passionierten Autofahrers: 300 PS unter der Haube.

Es ist der Traum jedes passionierten Autofahrers: drei- oder vierhundert PS unter der Motorhaube zu haben und die Leistung des Autos auszureizen. Wer ein leistungsstarkes Auto fahren möchte, sollte es jedoch auch beherrschen können.

Bitte beachten

  • Achte auf langsame, gleichmäßige Beschleunigung, um dich an die Performance zu gewöhnen
  • Unterschätze niemals die Leistung eines PS-Monsters
  • Die Bremsen unbedingt in kaltem und warmen Zustand testen
  • In Kurven extrem vorsichtig agieren; zu schnelles Fahren führt hier leicht zu Unfällen
  • Im Straßenverkehr ist vorausschauendes Fahren nocht wichtiger als sonst

 

Allgemeine Voraussetzungen

Eine Grundvoraussetzung, um starke Autos kontrollieren zu können, ist körperliche Fitness. Schließlich wirken bei extremer Beschleunigung ganz andere Kräfte auf den Körper als mit einem gewöhnlichen Auto. Dass man sich nach dem Genuss von Alkohol oder anderen Drogen nicht an das Steuer eines Autos - und schon gar nicht hinter jenes eines solchen Kraftprotzes - setzt, sollte selbstverständlich sein. Wer Medikamente einnimmt, sollte außerdem darauf achten, dass sie die Reaktionsfähigkeit nicht herabsetzen.
Für zusätzliche Sicherheit sorgen Sportsitze und ein Hosenträgergurt.


Kurvenfahren

Die meisten Autos haben ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) und ASR (Anti-Schlupf-Regelung) verbaut. Diese Sicherheitsprogramme verzögern das Ausbrechen in der Kurve bzw. verhindern das Durchdrehen der Räder beim Beschleunigen. Für den gewöhnlichen Straßenverkehr sind sie ein Segen, da sie viele Unfälle verhindern helfen. Wer jedoch ein leistungsstarkes Auto bis in den physikalischen Grenzbereich ausfahren will, legt es eher darauf an, dass die Reifen quietschen und das Auto ausbricht. Deshalb gibt es bei vielen PS-Protzen die Möglichkeit, die Sicherheitsprogramme zu deaktivieren – weniger Sicherheit, dafür mehr Fahrspaß!
Beim Fahren mit starken Autos ohne zugeschaltetes ESP und ASR zeigt sich bei Front-, Heck- und Allrad-Autos im Extrembereich jeweils ein extrem unterschiedliches Fahrverhalten. Der Fronttriebler neigt zum Untersteuern: Das Auto schiebt aus der Kurve heraus. Der Hecktriebler dagegen tendiert zum Übersteuern: Das Heck bricht aus, das Auto beginnt sich zu drehen, es driftet.
Noch interessanter ist das Fahrverhalten des Allrad-Fahrzeugs, da hier beide Phänomene kombiniert auftreten. Wie das Fahrzeug sich verhält, hängt sehr stark von den technischen Grundeinstellungen des Autos ab. Je nachdem ob es front- oder hecklastig eingestellt ist, hat es verstärkt die Eigenschaften des Front- oder die des Hecktrieblers.
Der Fahrer PS-starker Autos muss über diese Zusammenhänge Bescheid wissen, damit er richtig einschlagen kann. Wenn das Auto ausbricht, muss der Driver gegenlenken, um durch die Kurve zu kommen. Um ein sicheres Gefühl für das Verhalten des jeweiligen Autos zu bekommen, hilft intensives Üben unter kontrollierten Bedingungen – idealerweise mit sicheren Auslaufzonen und unter professioneller Anleitung.

Bremsen

Der Fahrer sollte sich mit dem Bremsverhalten des Autos vertraut machen, und zwar sowohl mit kalten als auch heißen Bremsen. Unter dem Stichwort Bremsfading wird das Phänomen beschrieben, dass die Bremsen bei steigender Temperatur eine immer geringere Bremsleistung entwickeln. Carbon-Keramik-Bremsscheiben haben dieses Problem nicht. Sie weisen eine hohe und gleich bleibende Bremsleistung auf, unabhängig von Feuchtigkeit und Temperatur. Sie sind allerdings extrem teuer.

Beschleunigen

Der Fahrer eines leistungsstarken Autos sollte wissen, dass 'Fronttriebler' aufgrund der dynamischen Achslastverteilung zum Durchdrehen neigen. Beim Beschleunigen geht das meiste Gewicht auf die Hinterachse. Auch auf das „Zerren“ am Lenkrad sollte man gefasst sein. 'Hecktriebler' haben hier Vorteile. Außerdem wirken bei ihnen die Beschleunigungskräfte nicht auf das Lenkrad. 

Schnell geradeaus fahren

Mit irren Geschwindigkeiten geradeaus fahren können leistungsstarke Autos natürlich auch – für die meisten leidenschaftlichen Autofahrer macht das jedoch nicht den Reiz an einem starken Auto aus. Wer es doch testen möchte, sollte dies aus Sicherheitsgründen nicht im öffentlichen Straßenverkehr tun, sondern am besten auf abgesperrten Rennstrecken. Viele sind unter bestimmten Voraussetzungen auch für Privatpersonen zugänglich.

 

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