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Letztes Update am 06.02.2015, 09:04
Ein spezielles Konzept soll den Verkauf von Elektroautos weiter ankurbeln.

Rund 3765 strombetriebene Autos sind momentan auf Österreichs Straßen unterwegs. Mit dem innovativen Modell eines deutschen Automobilwirtschaftsexperten könnten die Absatzzahlen der Umweltschoner auch hierzulande gesteigert werden.

 

Im internationalen Vergleich wird in Österreich weniger häufig auf Elektromobilität gesetzt, als Vorreiter im E-Verkehr gelten vor allem Norwegen und die Niederlande. Insbesondere die wenig ausgeprägte Versorgungsdichte an Ladestationen hierzulande wirkt sich eher negativ auf den Fahrkomfort aus: Knapp 200 öffentliche Stromtankstellen finden sich in einem Verzeichnis für Elektrofahrzeuge. Laut Leo Windtner, dem Generalsekretär der Energie AG, wären für ganz Österreich aber rund 16.200 derartige Tankstellen notwendig. In Deutschland sieht die Situation ähnlich aus: Hier müssen rund 21.000 E-Fahrer mit 3.000 öffentlich zugänglichen Ladestationen auskommen. Ein Manko, das Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte der Universität Duisburg-Essen, anhand eines speziellen Konzeptes aufheben möchte – ohne die öffentlichen Haushalte zusätzlich zu belasten.  

„Ein Cent für Elektromobilität“

Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur um 250.000 zusätzliche E-Autos und 80.000 Ladesäulen möchte Dudenhöffer dabei auf E-Carsharing und Prämien für Elektrofahrer setzen. „Soll Elektromobilität in Deutschland erfolgreich werden, muss sie in den Ballungsgebieten etabliert werden. Daher sieht das Modell ‚Ein Cent für Elektromobilität‘ vor, dass die 60 größten Städte kostenlos Ladeinfrastruktur erhalten und zusätzlich Wartung, Stromkosten und Ausfall von Parkgebühren für drei Jahre erstattet werden“, so der Fachmann. Finanzieren soll sich das Projekt – wie schon der Name sagt – anhand eines Cents, der als Steuer auf Kraftstoffe pro Liter für einen fixen Zeitraum abgegeben werden soll. Jährlich würden in Deutschland auf diese Weise 65.000 Millionen Euro eingespielt. Bei einer Festlegung dieser Steuer für 36 Monate wäre Dudenhöffers Projekt realisierbar. „Das Modell erlaubt den Rückstand bei der Elektromobilität in Deutschland schnell aufzuholen und Deutschland in eine Vorreiterrolle zu hieven. Der Plan ist finanzierbar, sogar die Verwaltungskosten sind mit beinhaltet“, ist er sich sicher.

Mit wenig und zeitlich begrenztem Aufwand könnten mit dem 1-Cent-Modell auch in Österreich viele momentane Hürden im Bereich der Elektromobilität genommen, und der Weg zur flächendeckenden Auslastung geebnet werden. In nur kurzer Zeit könnte der E-Sektor auf diese Weise einen neuen Wachstumsimpuls erhalten.