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Rechtliche Aspekte beim Gebrauchtwagenkauf

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Wer sein Traumauto gefunden hat, bei einer Probefahrt überzeugt war und auch sonst positiv beeindruckt ist, entscheidet sich schnell für einen attraktiven..

Wer sein Traumauto gefunden hat, bei einer Probefahrt überzeugt war und auch sonst positiv beeindruckt ist, entscheidet sich schnell für einen attraktiven Gebrauchtwagen. Dennoch kann es immer geschehen, dass man bei der Besichtigung Mängel übersieht. In diesem Fall müssen natürlich die berechtigten Ansprüche demnach geltend gemacht werden.

 

Hier ist entscheidend, ob man das Fahrzeug von einem Händler oder von einem privaten Anbieter gekauft hat. Bei privaten Verkäufern ist es meist so, dass die Sachmängelhaftung ausgeschlossen wird - das ist auch durchaus legitim. Hier müsste man als Käufer nachweisen, dass der Verkäufer bereits vor dem Verkauf über die Mängel Bescheid wusste und diese bewusst verschwiegen hat. 

Die Sachmängelhaftung und ihre rechtlichen Aspekte

Wer als Privatperson ein Fahrzeug bei einem Händler kauft, ist - rechtlich gesehen - in einer guten Position. Denn: Zwar kann der Händler die Sachmängelhaftung bei einem gebrauchten Fahrzeug auf ein Jahr verkürzen - bei Neuwägen sind es prinzipiell immer zwei Jahre - aber nicht ausschließen.

 

Die Gewährleistung gilt hier entsprechend für die meisten Bauteile, lediglich Verschleißteile, wie beispielsweise Bremsscheiben, zählen nicht dazu. Falls ein Mangel in den ersten sechs Monaten nach dem Erwerb auftreten sollte, greift die sogenannte Beweislastumkehr.

 

Dies bedeutet, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass es den Mangel schon bei der Fahrzeugübergabe gab und der Verkäufer müsste beweisen, dass es dies eben nicht der Fall ist. Ist die Frist bereits abgelaufen, so muss vom Käufer bewiesen werden, dass der Mangel schon vorher existent war, sich allerdings erst später offenbarte. 

Kann ein Mangel nachgewiesen werden, so kann der Käufer seine gesetzlichen Ansprüche geltend machen - dazu zählt beispielsweise, den Schaden beheben zu lassen oder auch ein Ersatzfahrzeug zu verlangen. Möglich ist zudem, den Kauf rückgängig zu machen oder auf Schadensersatz zu bestehen. 

 

Zusätzlich wird es sehr häufig ein Streitpunkt sein, ob es sich bei dem Mangel um einen Defekt am Wagen oder um einfachen Verschleiß handelt. Gerade für einen unzufriedene Käufer ist dies eine sehr wichtige Frage, da der Verkäufer nur für Mängel aufkommen muss. Eine exakte Abgrenzung ist allerdings aus rechtlicher Sicht nicht eindeutig vorhanden. 

 

Dabei geht es aber natürlich nur um Mängel, die der Verkäufer im Vorhinein nicht angemerkt hat und darum, in welchem Zustand er das Fahrzeug angepriesen hat. War der Mangel schon vorhanden und der Verkäufer hat diesen auch ausgewiesen, gibt es natürlich keinen Anspruch.

Komplette Kostenübernahme

Der Verkäufer muss sämtliche Kosten tragen, die mit der Nachbesserung zustande kommen - dazu zählt beispielsweise nicht nur das Abschleppen zur nächsten Werkstatt, sondern auch Weiteres wie Schmierstoffe, Materialien und zusätzliche Kosten.

 

Auch die Fahrtkosten zur Werkstatt und zurück können in Rechnung gestellt werden. Lässt sich das Auto nicht reparieren und kann der Verkäufer innerhalb zwei Wochen keinen Ersatzwagen von gleichem Wert auftreiben, so kann man in jedem Fall vom Kaufvertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen. Der Verkäufer darf allerdings für die bereits gefahrenen Kilometer einen entsprechenden Betrag davon abziehen.

 

Falls man das mangelhafte Fahrzeug behalten möchte, sollte man sich dennoch einen angemessenen Betrag des Kaufpreises erstatten lassen.  Wenn der Verkäufer rechtlich gesehen Schuld am Mangel ist, so kann sogar Schadensersatz verlangt werden.

 

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