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Reifentuning - Die Herstellung und Qualität von hochwertigen Schmiedefelgen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:38
Die optische und dynamische Perfektionierung des Fahrzeugs. Leichtmetallräder gehören zu den Fahrzeugteilen, mit denen beide Ziele unaufwändig...

Die optische und dynamische Perfektionierung des Fahrzeugs - Leichtmetallräder gehören zu den Fahrzeugteilen, mit denen beide Ziele unaufwändig und überzeugend erreicht werden können. Alufelgen optimieren Fahrverhalten und Erscheinungsbild und senken zudem noch den Kraftstoffverbrauch. Und wer gewohnt ist, seinem Auto nur das Beste zu gönnen, greift zu Schmiedefelgen, der Oberklasse unter den Leichtmetallfelgen.

Die aufwändige Produktion einer High Tech-Felge

Ein rußverschmierter Schmied mit Esse, Hammer und Amboss hat mit der Schmiedefelge selbstverständlich nichts zu tun. Die Oberklasse der Alufelgen wird hochpräzise maschinell geschmiedet. Ein Blick auf den Produktionsvorgang erläutert gleichzeitig den Unterschied zwischen der Alu- und der Schmiedefelge. Er ist ungleich aufwändiger und kostenintensiver.

 

Gießen, schneiden, pressen

Werfen wir einen kurzen, vereinfachten Blick auf die Alufelgen-Herstellung. Es gibt eine Gussform, und es gibt heißes Aluminium. Das Aluminium wird in die Form gefüllt und nach dem Erkalten endbearbeitet - formtechnisch ist die Alufelge, so wie sie aus dem Guss kommt, größtenteils vollendet. Bei der Schmiedefelge fängt nach dem Gießen die eigentliche Arbeit erst an.

Die fertigen Rohlinge werden in der Schneckenpresse von 500 auf 300mm Durchmesser gebracht und sodann in Scheiben geschnitten. Diese Scheiben haben die kulinarisch denkenden Italiener so sehr an die Käseproduktion erinnert, dass sie sie "Formagella", also kleine Frischkäse genannt haben.

Nachdem die Scheiben auf 300 Grad erhitzt worden sind, beginnt der eigentliche Schmiedevorgang. 30 Sekunden werden sie dabei in Form gepresst, unter einer stufenweisen Erhöhung des Drucks von 3000 auf 8000 Tonnen! Eine abschließende Wärmebehandlung sorgt für die Homogenität der Kräfteverteilung im Metallinneren.

 

Vorteile, Vorteile, Vorteile

Alufelgen sind nicht nur optische Glanzpunkte, sie empfehlen sich auch durch geringeres Gewicht und verbesserte Fahreigenschaften. Schmiedefelgen können dieses reduzierte Gewicht noch einmal um 15 % senken.

Das Schmiedeverfahren bringt auch hinsichtlich der Materialeigenschaften erstklassige Ergebnisse hervor. In der Schmiedefelge vereint sich hohe Festigkeit mit maximaler Dehnbarkeit. Die physikalischen und mechanischen Eigenschaften werden in der Felge absolut homogen verteilt. Größere Beständigkeit sowie ein optimiertes Ansprechverhalten auf Belastungen und Stöße sind die Konsequenz.

Die Leichtigkeit der Felge bei gleichzeitig perfekt gestalteter Oberfläche ohne Poren und Einschlüsse kommt Aufhängung, Bodenhaftung und Fahrzeugleistung zugute. Durch ein geringeres Rotationsmoment weist die Schmiedefelge weniger Trägheit auf, was sich beim Beschleunigen und Bremsen bemerkbar macht und eine geringere Abnutzung der Bremsanlage zur Folge hat. Die niedrigere Kraftabsorption schlägt sich ausserdem in einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch nieder.

Schmiedefelgen stellen das Nonplusultra in der Felgentechnik dar. Das aufwändige, technisch perfektionierte Verfahren bringt so belastbare, hochwertige Ergebnisse hervor, dass geschmiedete Aluminium-Werkstoffe längst Einzug in die Luft- und Raumfahrtindustrie gehalten haben. Ein schöner Gedanke für Tuning-Fans: Sie greifen für die Räder ihres Fahrzeugs auf ein Material zurück, das auch im Raketenbau Verwendung findet.

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