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Was ist der Unterschied zwischen einem Zweitakt- und einem Viertaktmotor?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Zweitaktmotoren und Viertaktmotoren haben einen unterschiedlichen Aufbau.

Ein Zweitaktmotor und ein Viertaktmotor arbeiten unterschiedlich und sind auch völlig unterschiedlich aufgebaut. Ein Zweitaktmotor, welcher beispielsweise oft in Mofas oder im Motorroller eingesetzt wird, ist etwas einfacher aufgebaut als ein entsprechender Viertaktmotor. Dieser sitzt beispielsweise Ein- und Auslassventile, welche im Zweitaktmotor nicht vorhanden sind. Außerdem arbeitet ein Zweitaktmotor mit einem Gemisch aus Öl und Benzin. Manche Zweitaktmotoren besitzen auch einen extra Behälter für das Motorenöl, welches über eine Pumpe automatisch dem Kraftstoff hinzugefügt wird. Viertaktmotoren werden hingegen überwiegend in Autos oder LKWs eingesetzt. Diese verfügen zudem in der Regel über eine Einspritzanlage für den Kraftstoff.

Unterschiede

  1. Ein Viertaktmotor arbeitet, wie der Name schon sagt, in vier unterschiedlichen Takten.
  2. Das heißt, dass der Arbeitsablauf nachfolgendem Schema erfolgt: Zunächst wird das Gemisch aus Kraftstoff und Luft über den Luftfilter des Motors angesaugt.
  3. Dieser Luftfilter soll dafür sorgen, dass keine Schmutzpartikel in den Motor hinein gelangen können. Durch diese könnte der Motor beschädigt werden. Dieser Takt wird daher auch als Ansaugtakt bezeichnet.
  4. Der nächste Takt in dieser Reihenfolge ist der Verdichtungstakt. Bei diesen wird, wie der Name schon sagt, das angesaugte Gemisch aus Luft und Kraftstoff durch den Kolben des Motors verdichtet. Dies ist notwendig, damit beim Verbrennungstakt eine ausreichende Motorleistung entstehen kann.
  5. Diese Verdichtung vom Gemisch aus Luft und Kraftstoff wird auch als Kompression bezeichnet. Eine gute Kompression ist sehr wichtig für die Leistung des Motors.
  6. Entscheidend zur Entfaltung der Motorleistung ist natürlich der Arbeitstakt, welcher als Nächstes erfolgt. Hier wird das Gemisch aus Luft und Kraftstoff entzündet.
  7. Dadurch entsteht im Zylinder des Motors schlagartig ein enormer Druck, welcher den Kolben nach unten treibt und dabei die eigentliche Kraftentfaltung des Motors erzeugt.
  8. Der letzte Takt ist der des Ausstoßens der entstehenden Abgase durch die Verbrennung. Diese werden durch den Auspuff nach außen befördert.
  9. Beim Zweitaktmotor erfolgen zwar im Grunde die gleichen Vorgänge, jedoch werden zwei der vier Takte jeweils zusammen durchgeführt.
  10. Der Takt der Verdichtung des Gemischs sowie der Arbeitstakt werden beim Zweitaktmotor als ein Takt bezeichnet. Durch die Aufwärtsbewegung des Kolbens verdichtet sich das Gemisch und wird anschließend durch die Zündkerze entzündet.
  11. Das Ansaugen des frischen Kraftstoffluftgemischs sowie das Ausstoßen der Abgase erfolgen beim Zweitaktmotor im nächsten Takt. Dieser Takt wird daher auch als Ladungswechsel bezeichnet, da hier gleichzeitig frisches Kraftstoffluftgemisch angesaugt und die Abgase ausgestoßen werden.
  12. Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Zweitaktmotor und dem Viertaktmotor ist der, dass der Viertaktmotor nur bei jeder zweiten Umdrehung (bei einem Einzylindermotor oder bei jedem Zylinder eines mehrzylindrigen Motors) arbeitet.
  13. Hier entsteht nur bei jeder zweiten Umdrehung eine Motorleistung. Beim Zweitaktmotor ist dies anders.
  14. Da hier jeweils zwei Takte quasi gleichzeitig erfolgen, kann bei jeder Motorumdrehung Kraftstoff entzündet und somit Motorleistung erzeugt werden.

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