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Was sollte man als Notfall-Set immer im Auto haben?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Besonders im Auto ist es wichtig, für alle Fälle vorbereitet zu sein.
Bei einem Unfall oder andersartigen Notfall im Auto sind Fahrer und Insassen auf schnelle Hilfe angewiesen und müssen sich oft darauf verlassen, dass fremde Personen Hilfe leisten. Daher ist es wichtig, nicht nur die grundlegende Notfall-Ausstattung an Bord zu haben, sondern darüber hinaus auch wichtige Hilfsmittel in greifbarer Nähe zu haben.

DIE GRUNDAUSSTATTUNG

  • Im Rahmen der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) ist ein Fahrzeug nur dann für den Betrieb im Straßenverkehr zugelassen, wenn eine ausreichende Sicherheitsausstattung vorhanden ist. 
  • Hierzu zählt neben dem Warndreieck (§ 53a StVZO) auch ein Verbandkasten (§ 35h StVZO). Durch ein Haltbarkeitsdatum wird hierbei sichergestellt, dass die enthaltenen Verbandstoffe nach wie vor sterilisiert sind und sich somit für eine Wundbehandlung eignen.


EMPFEHLENSWERTE ZUSATZAUSSTATTUNG

  • Um bei einem Unfall gerüstet zu sein, empfiehlt es sich, ein sogenanntes Unfall-Set an Bord zu haben. In einem solchen Set sind neben einer Kamera zur Beweisaufnahme auch Kreide zur Markierung der Fahrzeugpositionen auf der Straße, ein Maßband und ein Unfallprotokoll enthalten. Mit dieser Ausstattung kann nach einem Unfall eine schnelle Beweisaufnahme erfolgen, so dass die Fahrbahn schnellstmöglich geräumt werden kann.
  • Zudem sollte eine Taschenlampe oder Notfall-Warnleuchte an Bord mitgeführt werden, um den nachfolgenden Verkehr auf eine Gefahr aufmerksam zu machen und bei der Suche nach Teilen und Personen zu helfen.
  • Obwohl eine Pflicht zum Mitführen von Warnwesten nur bei gewerblich genutzten Fahrzeugen besteht, ist es empfehlenswert, eine solche Weste auch im Privatwagen mitzuführen. Durch das Tragen einer Warnweste ist man deutlich besser sichtbar und nachfolgende Fahrzeuge sind sofort vor einer Gefahrenstelle gewarnt.
  • Eine weitere, sinnvolle Zusatzausstattung ist ein Feuerlöscher, der im Falle eines Fahrzeugbrandes eine entscheidende Rolle bei der Bergung und Rettung von Verletzten spielen kann.


SINNVOLLE DETAILS

  • Um auch bei schweren Verletzungen für ein Höchstmaß an Sicherheit zu sorgen, empfiehlt es sich, eine Notfallkarte mit sich zu führen. 
  • Diese enthält neben den persönlichen Daten des Verletzten auch Hinweise für Rettungsdienste, wie etwa Allergien oder aktuell benötigte Medikamente. Im Internet finden sich zahlreiche Beispiele für eine solche Notfallkarten, die eine unterschiedliche Menge an Informationen enthalten können, wie etwa unter diesem Link.
  • Um auch auf Kälte vorbereitet zu sein, ist es ratsam, wärmende Kleidung oder eine Decke im Fahrzeug mitzuführen, falls eine längere Wartezeit außerhalb des Fahrzeuges notwendig ist.


WAS TUN IM FALL DER FÄLLE

  1.  Sicherung der Unfallstelle: Schalten Sie die Warnblinkanlage des Fahrzeuges ein und stellen Sie das Warndreieck etwa 200m vor der Unfallstelle gut sichtbar am Straßenrand auf. Tragen Sie das Warndreieck sichtbar vor sich, so dass entgegenkommende Fahrzeuge frühzeitig gewarnt werden.
  2. Benachrichtigung von Rettungskräften: bei Personenschäden sollte umgehend ein Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 benachrichtigt werden. Zur Beweisaufnahme und Absicherung ist zudem die Polizei zu alarmieren. Beachten Sie beim Notruf die wichtigen Fragen: WO ist WAS geschehen? WIE VIELE Personen sind beteiligt? WELCHE Verletzungen liegen vor? WARTEN Sie auf Rückfragen.
  3. Erste Hilfe leisten: Nutzen Sie den Verbandkasten und bringen Sie Verletzte wenn möglich in Sicherheit. Wenn keine Verletzten zu versorgen sind, dann bringen Sie sich und alle Fahrzeuginsassen umgehend in Sicherheit, beispielsweise auf Autobahnen hinter einer Leitplanke.
  4. Beweise sichern: fotografieren Sie die Unfallstelle und erstellen Sie mit dem Unfallgegner ein Protokoll, um Schuldfragen schnell klären zu können und rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
  5. Unfallstelle räumen: Entfernen Sie die Unfallfahrzeuge vom Unfallort, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern und Folgeunfälle zu vermeiden.

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