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Was versteht man unter Hubraum bei einem Motor?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Der Hubraum heißt deswegen Hubraum weil es der Raum ist in dem der Kolbenhub stattfindet.

Zunächst einmal hat der Hubraum nichts mit der Hupe zu tun, es ist nicht der Raum, in dem sich die Hupe befindet. Der Hubraum heißt deswegen Hubraum weil es der Raum ist in dem der Kolbenhub stattfindet. Das ist die Auf- und Abwärtsbewegung des Kolbens im Zylinder. Da es sich, wie man unschwer erkennen kann um einen Raum handelt, wird er auch gelegentlich als das Hubvolumen bezeichnet.

Berechnen lässt sich dieser Raum/ Volumen mit: V=Länge x Breite x Höhe. Die Länge x Breite ist bei einem Kreisförmigen Kolben das Gleiche wie pi x r². Höhe ist der Weg den Der Kolben zwischen oberem und unterem Totpunkt zurücklegt.

  1. Man könnte auch sagen: Volumen = Meter x Meter x Meter. 
  2. In einem Kolbenmotor, wie zum Beispiel beim Auto, gibt die wirksame Kolbenfläche (pi x r²) multipliziert mit dem Kolbenweg den Hubraum an.
  3. Wie man sieht, wird hier die Maßeinheit "Meter" drei mal multipliziert. Das Ergebnis muss also m³ (Kubikmeter) sein.
  4. Und hier hast du auch schon die Maßeinheit des Hubraumes. 
  5. Da der Hubraum eines Kolbenmotors nicht besonders groß ist, wäre eine Angabe in Kubikmetern jedoch nicht besonders clever. Was würde es schon bringen wenn man sagt: "Mein Wagen hat einen Hubraum von 0,002 Kubikmeter"? Nichts. 
  6. Es würde niemanden interessieren. Deshalb wird der Hubraum in der Automobiltechnik in Kubikzentimeter angegeben. 0,002 Kubikmeter sind nämlich 2 Kubikdezimeter und damit 2000 Kubikzentimeter.
  7. Manchmal liest man auch die Bezeichnung "Liter". Damit kann man ebenfalls das Volumen beschreiben. Ein Liter ist nämlich der Rauminhalt von einem Kubikdezimeter.
  8. 2000cm³=2dm³=2L. Wenn du also mal irgendwo liest: "150PS bei 2,3L Hubraum" weißt du, dass es sich hier um 2300cm³ handelt.


Doch wozu benötigen wir nun den Hubraum?

  1. Das schönste am Auto oder Motorrad fahren ist doch unbestritten das Gefühl, beim Tritt aufs Gaspedal in die Sitze gedrückt zu werden. Bei Fahrzeugen mit kleinen Motoren (z.B. 1,2L) wird dieses Gefühl weniger bekannt sein als bei Fahrzeugen mit großen Hubräumen (z.B. 3,2L)
  2. Das Gefühl, was hier gemeint ist, kommt vom sogenannten Drehmoment. Je höher das Drehmoment eines Motors, umso größer die Kraft, die uns in die Sitze presst.
  3. Der Hubraum, der Mitteldruck des Zylinders und die Drehzahl sind maßgeblich für die Leistung verantwortlich. Der Mitteldruck wird durch uns geregelt, indem wir das Gaspedal mehr oder weniger weit durchtreten.
  4. Bei den normalen, uns umgebenden Saugmotoren lässt sich folgende Faustformel einprägen: (100Nm pro 1L)+/- 10%. Nm steht für Newtonmeter und ist die Maßeinheit des Drehmomentes.
  5. Mit diesem Wert lässt sich grob überschlagen, wie viel Nm ein Motor aufbringen kann.
  6. Beispiel: Dein Auto besitzt einen Motor mit 1300cm³, also 1,3 Liter. Dei maximal mögliches Drehmoment liegt also zwischen 143Nm und 117Nm. ((1,3 x 100)+/- 10%)
  7. Das ist nicht besonders viel. Um mit diesem kleinen Hubraum höhere Drehmomente zu erzielen, müsstest du dir einen Turbolader oder Kompressor nachrüsten.
  8. Der Staat nutzt den Hubraum um die Kfz-Steuer zu berechnen.
  9. Abhängig vom Hubraum, von der Treibstoffart und der Schadstoffklasse berechnet der Fiskus die Steuern, die wir zu bezahlen haben. Ein Dieselfahrzeug mit Schadstoffklasse Euro 1 und Rußpartikelfilter zahlt derzeit 28,55€/100cm³ im Jahr.
  10. Wie du siehst, ist der Hubraum mehr als nur eine Gewinnmöglichkeit im Auto-Kartenspiel. Ohne ausreichend von ihm macht das Auto fahren nur halb so viel Spaß.

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