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Letztes Update am 03.12.2014, 11:05
Schlagartige Veränderungen werden noch auf sich warten lassen. Aber sie werden kommen.

Jahrzehntelang ist die Gesamtverkehrsleistung in Europa in immer neue Höhen gestiegen. Erst die Wirtschaftskrise brachte mit sich, dass man sich hier etwas zurückgehalten hat. Nachhaltigkeit im Verkehrsbereich ist früher oder später zwingend notwendig. Das wird auch das Mobilitätsverhalten des Einzelnen beeinflussen.

Österreich ist flexibel:

Viele Faktoren können beeinflussen, wie man sich heute von Punkt A nach Punkt B begibt. Änderungen der Arbeits- und Wohnsituation, eigene Vorlieben, finanzielle Aspekte sowie die regionale Beschaffenheit der Infrastruktur. „Die Österreicherinnen und Österreicher haben kein starres Mobilitätsverhalten mehr, die Bereitschaft für Änderungen ist größer als bisher angenommen“, weiß Markus Gansterer, Mobilitätsexperte vom VCÖ.

Der Experte begründet dies in einer Publikation auf Basis einer VCÖ-Studie. Demnach haben bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung ihr Mobilitätsverhalten im Hinblick auf einen Jobwechsel grundlegend verändert. Wichtigstes Auswahlkriterium sind aber private Anforderungen, gefolgt von der Attraktivität des Verkehrsmittels. Gansterer: „Bereits zwei Drittel der Menschen in Österreich nutzen öffentliche Verkehrsmittel zumindest gelegentlich.“ Die Hauptgründe für einen Umstieg, weg vom Auto, sind laut der repräsentativen Befragung die hohen Betriebskosten des Wagens sowie fehlende Parkgelegenheiten.

Elektroauto: Für bestimmte Zielgruppen rentabel

Und genau bei den Betriebskosten liegt auch – neben der Nachhaltigkeit – der größte Vorteil der Elektromobilität. Wenngleich auch die Anschaffungskosten noch deutlich höher ausfallen, wird diese immer mehr in Betracht gezogen. Doch wie verändern Elektroautos unser Mobilitätsverhalten?

Nun, auf Grund des Kostenverhältnisses im Bereich der E-Autos folgt ein logischer Schluss: Elektroflitzer sind im Vergleich zu konventionellen Autos dann rentabler, wenn die Anzahl der gefahrenen Kilometer höher ist, Spritkosten steigen sowie immer mehr Fördermaßnahmen bei der Anschaffung etabliert werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Elektroauto für Vielfahrer, die aber am Stück relativ geringe Reichweiten zurücklegen müssen, schon sehr bald die attraktivste Variante darstellen wird.

Eine Ausbreitung der Elektromobilität würde das Image des Transitverkehrs, wo eine Lösung mit Elektroantrieb, kaum machbar ist, weiter beeinträchtigen und dessen Rückgang forcieren. Da das Elektromobil die ideale Schnittstelle zum öffentlichen Verkehr ist, können auch für diesen Nutzeffekte entstehen. Alles in allem wird das Aufkommen der Elektromobilität den Gesamtverkehr noch flexibler und heterogener gestalten.

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