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Wie funktioniert die Trinkwasseraufbereitung in der ISS?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Seit 2012 ist es soweit: Die Trinkwasseraufbereitung in der ISS ist nun endlich voll funktionsfähig.

Seit 2012 ist es soweit: Die Trinkwasseraufbereitung ist nun endlich funktionsfähig. Eingebaut wurde sie bereits 2008, doch es gab einige Probleme, da die Anlage einfach nicht funktionieren wollte. Nach der Reparatur können die Astronauten nun endlich ihr Trinkwasser selbst herstellen - und zwar aus Schweiß, Kondenswasser und Urin. Was auf den ersten Blick unappetitlich wirkt, ist eine sinnvolle und kostensparende Innovation, die Bestandteil des komplexen Systems der ISS ist. 

  • Die International Space Station existiert bereits seit 1998, sie soll bis voraussichtlich 2020 in Betrieb bleiben.
  • Die bemannte Raumstation ISS ist derzeit das größte von Menschen geschaffene Objekt im Weltall. 
  • Die ISS ist eine Kooperation aus NASA, ESA und der Raumfahrtagenturen Japans und Kanadas. 
  • Sie kreist in einer Höhe von ca. 400 km um die Erde, für eine Erdumkreisung benötigt sie lediglich etwas mehr als 90 Minuten. 

Aus Urin wird Trinkwasser

  • Die nächste Möglichkeit, sich mit frischem Wasser die Hände zu waschen oder einen Schluck aus dem Wasserhahn zu nehmen, ist ca. 400 km von der ISS entfernt. Dementsprechend teuer und aufwendig war es bisher, die Astronauten der internationalen Raumstation mit Trinkwasser zu versorgen. Nun können die Astronauten 1,5 l ihres täglichen Bedarfs an Frischwasser von insgesamt 3,5 l selbst herstellen. 
  • Hierzu werden Urin, Kondenswasser und auch der Schweiß der Astronauten aufgefangen und in einem aufwendigen Verfahren recycelt, bis alle Schadstoffe aus dem Wasser gefiltert sind. Die Aufbereitungsanlage besteht aus zwei Kläranlagen, die mit der Toilette der ISS sowie der Klimaanlage und den Waschvorrichtungen verbunden sind. Auf diese Weise geht kein Tröpfen Flüssigkeit verloren. 
  • Neben der Wasseraufbereitung hat die Anlage noch einen weiteren Vorteil: Sie gewährleistet nicht nur immer frisches Wasser, sondern auch, dass der Sauerstoffgenerator mit Brennstoff versorgt wird. 

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