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Wie funktioniert ein Flugzeugtriebwerk?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Bei den Flugzeugtriebwerken unterscheidet man grob in 2 verschieden Arten.
Das Propellertriebwerk und die Flugzeugturbine. Beide Antriebe sind geeignet, ein Flugzeug in die Luft zu bringen. Das Propellertriebwerk ist recht griffig zu erklären. Ein Verbrennungsmotor treibt einen Propeller an, der die Luft durch seine Blattstellung von vorne ansaugt und nach hinten wegdrückt. Durch den entstehenden Luftstrom bewegt sich das Flugzeug vorwärts. Aber wie macht das eigentlich eine Turbine?

  1. Der Unterschied liegt in der Erzeugung des erforderlichen Luftstromes. Vom Prinzip her funktionieren beide gleich. 
  2. Von Vorne wird angesaugt und nach Hinten wird kräftig ausgestoßen. 
  3. Die Turbine ist komplizierter in ihrem technischen Aufbau. Dafür kann sie aber höhere Leistungen erzielen, als ein Propellertriebwerk. 
  4. Der Propeller erfasst die Luft und drückt sie nach hinten weg. Er erledigt dies sozusagen in einer einzigen Stufe.
  5.  Erst ist die Luft vor dem Propeller, dann dahinter. 
  6. Die Turbine verfeinert dieses Prinzip. In ihr drehen sich, angetrieben durch Verbrennung von Treibstoff, mehrere Schaufelräder. 
  7. Sie sind in ihrer Funktion Propellern recht ähnlich. Jedes Schaufelrad stellt eine sogenannte Verdichterstufe dar. 
  8. Das erste Schaufelrad saugt die Luft vor dem Triebwerk an und drückt sie hinter sich zusammen. 
  9. Dort übernimmt ein weiteres Schaufelrad die Luft. 
  10. Es hat andere Anstellwinkel an seinen Schaufeln als das erste Schaufelrad und presst die Luft hinter sich noch mehr zusammen. 
  11. Dort wartet das nächste Rad mit erneutem Verdichtungspotential. Auch unterschiedliche Drehzahlen der nachfolgenden Verdichtungsstufen werden über Getriebe möglich gemacht. 
  12. Je weiter die vorne angesaugte Luft nun zusammengedrückt und komprimiert wird, desto größer ist ihr Bestreben, sich wieder auszudehnen. 
  13. Das Turbinentriebwerk lässt nach seiner letzten Stufe die komprimierte Luft durch eine enge Öffnung, die Düse, wieder austreten. 
  14. Die Düse kann in ihrem Durchmesser verändert werden. Die herausgedrückte Luft ist in der Menge gleich. Je kleiner man aber die Düse formt, desto größer wird ihre Geschwindigkeit und damit der erzeugte Rückstoß. 
  15. Je größer der Rückstoß, desto stärker wird der Schub nach vorne. 
  16. Spritzt man in die kleine Ausstoßdüse zusätzlich Treibstoff ein, kommt es durch die große Hitze der komprimierten Luft zu einer weiteren Verbrennung, die wiederum das Volumen erhöht und die Geschwindigkeit der Luft erneut erhöht. 
  17. Dieser Effekt wird Nachbrenner genannt und ist häufig bei Kampfflugzeugen während des Starts zu beobachten.

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