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Wie taucht ein U-Boot?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Ein U-Boot benötigt spezielle physikalische Besonderheiten um tauchen zu können.

Ein U-Boot benötigt spezielle physikalische Besonderheiten um tauchen zu können, denn schwimmen kann es normalerweise durch die Auftriebskraft. So braucht man etwas das die Auftriebskraft die durch die Wasserverdrängung des Bootes entsteht senkt, oder die Gewichtskraft erhöht (siehe auch Archimedisches Prinzip).

  • Eine Gefahr besteht darin, das die vorgegebene Tiefe überschritten wird. Moderne U-Boote bis zu 600m, Atom U-Boote aus Titan bis 1200m. 
  • Nur spezielle Tiefsee-U-Boote können bis zum Meeresboden abtauchen. 
  • Die Sauerstoffversorgung der Besatzung muss gewährleistet sein, es kann Sauerstoffknappheit entstehen. 
  • In den engen Räumen ist es stickig und eng, das kann zu Platzangst führen. 
  • Die U-Bootbesatzung ist auf sich alleine gestellt, es gibt keine Station mit der Funkkontakt aufgenommen werden kann oder nur sehr eingeschränkt. 
  • Es dauert lange und es braucht viele Übungseinheiten um ein U-Boot fahren zu können denn es ist schwer und kompliziert. 
  • Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden, jede Gewichtsveränderung muss immer wieder neu austariert werden. 
  • Fehler können schnell tötlich enden.

Um ein U-Boot im Wasser „schweben“ zu lassen, so nennt man die Tauchfahrt, werden folgende Dinge benötigt:

  • Tanks, auch Tauchzellen genannt, die entweder mit Wasser zur Gewichtserhöhung gefüllt werden oder mit Luft zum Erleichtern und demnach zum Auftauchen.
  • Pumpen
  • Drucklufttanks
  • Eine druckfeste Außenhülle. Sie sollte aus Stahl oder Titan bestehen. Es gibt Einhüllen- und Zweihüllenboote. Moderne U-Boote besitzen eine sogenannte „Anderthalbhülle“.
  • ein waagerechtes Tiefenruder um unter Wasser manövrieren zu können.
  • Regelzellen die für die Feinabstimmung zuständig sind.Meist gibt es mehrere die mit Luft gefüllt sind und durch verschiedene Druckzustände das Boot durch die Luftpolster stabilisieren.
  • Trimmzellen
  • Untertriebszellen
  • Ein Periskop oder Seerohr zum Rausschauen

  1. Die Tauchzellen werden „ausgeblasen“, also die Luft entleert und Wasser eingepumpt.
  2. Der Antrieb wird gestartet, hier gibt es verschiedene Arten wie beispielsweise Verbrennungsmotoren (Dieselmotoren) die aber viel Luft benötigen, Elektroantrieb mit Akkumulatoren, Nuklearantrieb, Brennstoffzellen (auch Elektromotoren), Wasserstoffantrieb (Walter-Antrieb) um nur einige zu nennen.
  3. Das Tiefenruder wird aktiviert. Es ist nur wirksam bei Fahrt. Es hält den Kurs des U-Bootes. 
  4. Die Regelzellen werden zur Feinabstimmung genutzt, sie halten das Boot in der Schwebe. Je nach Temperatur des Wassers, der Salzdichte oder des Planktongehalts werden sie gelenzt oder geflutet. Sind stets teilweise mit Luft gefüllt und können bei Bedarf geflutet werden. Sie müssen druckstabil sein.
  5. Die Trimmzellen kommen nun zum Einsatz. Diese sorgen dafür das U-Boot auf ebenem Kiel zu halten, also waagerecht. Sie befinden sich in Bug und Heck und durch Pumpen von Wasser aus den achteren Trimmzellen (Heck) in die vorderen Bugtrimmzellen stabilisieren sie durch Gewichtsverlagerung das U-Boot. In ihnen befindet sich immer eine gleich bleibende Menge Wasser. Dadurch wird Druckluft gespart. Da sie sich im Inneren des Bootes befinden müssen sie nicht druckstabil sein.
  6. Zum schnellen Abtauchen stehen die Untertriebszellen zur Verfügung, sie sind bei der Überwasserfahrt geflutet um größeres Gewicht zu erzeugen, durch Untertrieb ermöglichen sie schnelles Abtauchen. Werden unter Wasser wieder„angeblasen“ um weiteres Durchsacken zu verhindern.
  7. Zum Auftauchen werden die Tauchzellen „angeblasen“, das heißt Druckluft in die Tanks gepumpt und das U-Boot kann wieder aufsteigen.

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