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Wie wintert man ein Motorrad ein?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:42
Nachfolgend soll erläutert werden, worauf unbedingt Wert zu legen ist.

Da es nur sehr wenige Motorradfahrer gibt, die ihre Maschine auch während der Wintermonate fahren, stellt sich für den Großteil der Saisonfahrer spätestens mit Anbruch der kühlen und nassen Jahreszeit die Aufgabe, ihr Zweirad winterfest zu machen. Wer dies schon mehrmals getan hat, weiß genau über die einzelnen Schritte Bescheid. Dennoch wird vielfach auch manches falsch gemacht, teils aus Unwissenheit aber auch aufgrund gut gemeinter aber letztlich falscher Ratschläge. Nachfolgend soll erläutert werden, worauf unbedingt Wert zu legen ist und welche Utensilien dafür notwendig sind.

  • Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, muss ein guter Standort für das Motorrad gewählt werden, an welchem es über die Wintermonate problemlos pausieren kann und wo es niemanden stört. 
  • Am besten in einer hinteren Ecke der Garage oder in einer Scheune. 
  • Keinesfalls darf ein Motorrad im Winter im Freien stehen, auch nicht unter einem Carport! Der Grund dafür ist, dass ein einfaches Gesetz der Physik dies verbietet; alle Flüssigkeiten im Motorrad (Benzin, Motoröl, Bremsflüssigkeit) haben stark hygroskopische Eigenschaften. Das heißt, dass sie in fast unbegrenzter Menge Wasser aus der Luft in Form von Wasserdampf aufnehmen können. Die feuchte Luft während der Wintermonate dringt über kleinste Spalten und Risse ein und bei genügender Sättigung bilden sich Wassertropfen, welche zu innerer Korrosion oder im schlimmsten Fall zu Frostschäden führen können. 
  • Keinesfalls darf dem Kraftstoff Spiritus bzw. Alkohol zugesetzt werden, da die handelsübliche Qualität nicht wasserfrei ist und auch chemische Verunreinigungen des Benzins ausfällen kann! Dies ist sehr wichtig!

Benötigt werden folgende Hilfsmittel und/oder Verbrauchsmaterialien:

  • destilliertes Wasser 
  • Kühlerfrostschutzmittel
  • Frostschutzspindel (Messgerät)
  • Bremsflüssigkeit
  • Motorenöl und ggf. Getriebeöl, Schmierfett (Kartusche)
  • feines Sprühöl oder auch Nähmaschinenöl
  • Glyzerin oder Gummipflegestift
  • feine Drahtbürste
  • Luftpumpe
  • einen Baumwoll-Lappen 
  • sowie motorradspezifisches Werkzeug zum Durchführen der beschriebenen Arbeiten. In den allermeisten Fällen befindet sich unter dem Sitz oder hinter einem Seitendeckel sog. Bordwerkzeug, welches dafür ausreicht.

  1. Vor Beginn der Arbeiten sollte das Motorrad noch einmal vollständig aufgetankt werden, da ein fast leerer Tank vermehrt Kondenswasser ansammelt. Auch sollte es noch einmal geputzt werden.
  2. Luftdruck überprüfen und bis zur Maximalgrenze aufpumpen. Ein Aufbocken des Motorrades, um die Räder vom Boden abzuheben, ist nicht notwendig, kann aber vorgenommen werden.
  3. Batterie ausbauen, falls notwendig bis zur Füllstandsmarkierung mit destilliertem Wasser nachfüllen und an einem frostgeschützten Ort aufbewahren. Gelegentlich nachladen!
  4. Bremsflüssigkeit, Motorenöl und evtl. Getriebeöl nachfüllen.
  5. Kühlwasser auf Frostsicherheit prüfen und ggf. Frostschutzgemisch nachfüllen.
  6. Zündkerzen ausbauen, einige Tropfen feines Öl in den Brennraum spritzen und Kerzen wieder montieren; vorher mittels Drahtbürste säubern.
  7. Gummiteile mit Glyzerin einpinseln, sichtbare Schrauben gut einfetten und das gesamte Motorrad leicht einölen.

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