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Wie die Mandatsverteilung im Nationalrat von Österreich funktioniert

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Veröffentlicht: 23.08.13

Um zu ermitteln, welche Partei in Österreich wie viele Vertreter zugesprochen bekommt, gibt es die sogenannte Mandatsverteilung im Nationalrat. Dabei werden anhand der Einwohner der jeweiligen Bezirke und der abgegebenen Stimmen genau ermittelt, wie viele Plätze im Nationalrat von einer Partei belegt werden dürfen.

Mandatsverteilung Nationalrat
Foto: Shutterstock.com

Grundsätzliche Einteilung:

  • In Österreich gibt es neun übergeordnete Landeswahlkreise, die sich in insgesamt 39 Regionalkreise unterteilen.
  • Anhand der Einwohnerzahl in den Wahlkreisen und den registrierten Wählern wird ermittelt, wie viele Mandate insgesamt vergeben werden dürfen. Im Landeswahlkreis Burgenland sind das beispielsweise 7 Mandate (4 in dem Regionalkreis Burgenland Nord und 3 in dem Regionalkreis Burgenland Süd), während es in Wien auf sieben Regionalkreise verteilt 33 Mandate zu vergeben gibt.
  • Insgesamt werden bei der Mandatsverteilung im Nationalrat 138 Plätze in drei Etappen den jeweiligen Parteien zugewiesen.

Mandatsverteilung und die Ermittlungsverfahren:

Erstes Ermittlungsverfahren im Regionalwahlkreis:

  • Zu Beginn der Mandatsverteilung im Nationalrat wird eine sogenannte Wahlzahl für die jeweiligen Landeswahlkreise ermittelt. Dabei teilt man die abgegebenen, gültigen Stimmen in dem Kreis durch die Zahl der zu vergebenen Mandate.
  • Die erhaltene Wahlzahl gilt dann für alle Regionalkreise in einem Landeswahlkreis. Eine Partei erhält im ersten Wahlschritt so viele Mandate, wie die Wahlzahl insgesamt in die Menge der für die Partei abgegebenen Stimmen passt.
  • Wenn zum Beispiel die Wahlzahl 20.000 betragen würde und die FPÖ 25.000 Stimmen in einem Regionalkreis erhalten hätte, würde sie ein Mandat zugesprochen bekommen (da die Wahlzahl einmal in die Menge der Stimmen für die FPÖ geht). Wenn die FPÖ weniger als 20.000 Stimmen bekommen hätte, wäre ihr kein Mandat zugesprochen worden.


Zweites Ermittlungsverfahren im Landeswahlkreis:

  • Im zweiten Ermittlungsverfahren der Mandatsverteilung im Nationalrat erhalten die Parteien Mandate anhand der abgegebenen Stimmen im gesamten Landeswahlkreis. Wie auch beim ersten Ermittlungsverfahren in den Regionalwahlkreisen erhält jede Partei so viele Mandate, wie die Wahlzahl in die Menge der abgegebenen Stimmen geht.
  • Würde die FPÖ im Burgenland insgesamt 70.000 Stimmen erzielen bei einer Wahlzahl von 20.000, würden ihr drei Mandate zustehen. Allerdings wird die Summe der bereits in den Regionalwahlkreisen vergebenen Mandate abgezogen. Hätte die FPÖ also im Regionalkreis Burgenland A ein Mandat und in Burgenland B zwei Mandate bekommen, würde sie beim zweiten Ermittlungsverfahren kein Mandat zusätzlich erhalten. Hätte sie dagegen theoretisch in Burgenland A 25.000 und in Burgenland B 55.000 Stimmen erhalten, hätte sie beim ersten Ermittlungsverfahren insgesamt 3 Mandate bekommen, aber ihr wären im zweiten Ermittlungsverfahren vier Mandate zugesprochen gewesen, weil ihre gesamte Stimmzahl in Burgenland 80.000 gewesen wäre, weshalb sie abzüglich der bereits verteilten Mandate ein Mandat dazu bekommen hätte.


Drittes Ermittlungsverfahren:

  • Bleiben bei der Mandatsverteilung im Nationalrat noch Sitze übrig, werden diese anhand des D'Hondt-Verfahrens an die Parteien vergeben. Dabei wird die Anzahl der erhaltenen Stimmen einer Partei proportional zu den zu verteilten 183 Sitzen betrachtet.
  • Anhand der prozentualen Größe werden die restlichen Plätze dann verteilt. Hat eine Partei allerdings bereits in den ersten beiden Wahlverfahren mehr Mandate erhalten, als es ihrer proportionalen Relation entspricht, werden die weniger Plätze für andere Parteien bereit gestellt, um eine gerechte Aufteilung zwischen Stimmen und Mandaten im Nationalrat herzustellen.

 

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