Facebook und Privatsphäre - Was gilt es zu beachten?
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Wer heute nicht in mindestens einem sozialen Netzwerk Mitglied ist und dort nahezu alles von sich preisgibt, der liegt offensichtlich nicht im Trend. Der größte und umstrittenste dieser Anbieter ist Facebook, der in letzter Zeit oft in Verruf geraten, weil er angeblich die von seinen Mitgliedern eingegebenen Daten zu Marktforschungszwecken veräußert oder diese zum Einbinden speziell auf den User zugeschnittener Werbung an Unternehmen weitergegeben haben soll. Facebook ist mit seinem Angebot an Daten eine wahre Oase für alle Unternehmen, die Benutzerprofile auswerten und dementsprechend Produkte anbieten möchten. Jeder User, der seine Privatsphäre-Einstellungen nicht gründlich durchdenkt, kann durch diese Nachlässigkeit von anderen ausspioniert werden.
Es beginnt schon bei der Verknüpfung von Kontakten, die man in Messengern wie z. B. dem Windows Live Messenger aufgelistet hat; von allen angemeldeten Kontakten werden Sie bei Facebook nach der Registrierung um eine Freundschaft angebettelt werden, denn sobald eine dieser Personen Facebook mit dem Messenger verknüpft, importiert Facebook die Emailadressen der Kontaktliste und sendet unter anderem Mails mit dem Betreff wie "XY möchte Sie zu Facebook einladen" ö. ä. Das lockt einerseits neue Mitglieder an, die vielleicht neugierig geworden sind, aber es weiß auch keiner genau, wo diese Emailadresse noch überall landet. Zumindest weiß Facebook dann bereits, wo diese Person ihren Mailaccount hat, dass sie einen Messenger nutzt und evtl. noch den richtigen Namen (je nach Mailadresse). Und natürlich wer mit wem bereits in Kontakt steht.
Bitte beachten:
- Jedes neue Mitglied, das sich für Facebook interessiert, sollte grundsätzlich mit seinen Daten so sparsam wie möglich umgehen. Dazu zählt auch, möglichst wenig Hinweise auf berufliche oder private Aktivitäten zu geben, seinen Nachnamen abzukürzen oder einen Phantasienamen mitzuteilen und Telefonnummern, Adressen und andere sehr sensible Daten auszulassen.
- Wenn jemand mit einer Person in Kontakt treten möchte, so kann man die Informationen einzeln und nur an ausgewählte Menschen weitergeben, nicht der Allgemeinheit.
- Um sicher zu gehen, erscheint es sinnvoll, einen separaten Mailaccount - ohne Namen als Bestandteil - für Facebook zu eröffnen.
- Oder laufen Sie mit einem Plakat durch die Stadt, auf dem von Name, Anschrift und Geburtsdatum über Telefonnummer und Beziehungsstatus bis hin zum Stammbaum Ihrer Familie alles aufgeschlüsselt ist? Nein! Also warum sollten Sie das im Internet tun?
- Auch bei Fotos sollten Sie zweimal überlegen ob Sie diese öffentlich und für jedermann zugänglich in Netz stellen wollen? Manche Dinge sollten wohl besser im privaten Freundeskreis bleiben!
Video zum Thema:
Schritt-für-Schritt Anleitung:
Es gilt also nach der Anmeldung auf Facebook unbedingt folgendes zu beachten:
- Überlegen Sie grundsätzlich bei jedem Eingabefeld sehr gut, ob Ihre Angabe dort überhaupt andere zu interessieren hat.
- Gehen Sie nach der Anmeldung möglichst zügig von der Startseite aus auf "Mein Profil bearbeiten" unter Ihrem Foto.
- Klicken Sie auf der linken Seite unter den Symbolen auf "Privatsphäre-Einstellungen" und auf der dann folgenden Seite auf "Benutzerdefiniert" und "Benutzerdefinierte Einstellungen".
- Dann haben Sie die Möglichkeit, auszuwählen welche Informationen und Kontaktdaten die jeweilige Gruppe sehen darf.
- Legen Sie dort exakt fest, wer genau was über Sie erfahren darf, indem Sie z. B. in möglichst vielen oder allen Auswahlkästchen erneut "Benutzerdefiniert" und anschließend "Nur Freunde" anklicken.
- Denn es hat Außenstehende überhaupt nicht zu interessieren, wann Sie Geburtstag haben oder welche politische Meinung Sie vertreten.
- Speichern Sie Ihre Daten mit dem entsprechenden Button und vergewissern Sie sich, dass die Änderungen auch wirksam geworden sind, indem Sie Ihr Profil und die Einstellungen überprüfen.
- Um zu erfahren wie man die recht umstrittene Gesichtserkennung auf Facebook deaktiviert - einfach hier klicken.

