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Big Wave Surfing - Wie bezwingt man die Monsterwellen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Prinzipiell ist Surfen nichts anderes, als das Gleiten über unterschiedlich große Wellen.
Alles, was dafür nötig ist, sind natürlich das Surfbrett und dazu Wachs, die Leine zum Befestigen bzw. Sichern des Surfbretts (Leash) und so vorhanden einen Neoprenanzug. 
Die richtige Wahl des Strandes ist wichtig. Hier gilt ein steinloser Sandstrand mit schwachem Gefälle als ideal für Einsteiger. Allerdings sollte man sich über die Gegend sowie die Wind- und Wasserverhältnisse vorab informieren. Für den Ritt auf einer Big Wave muss man sich als Experte für den betreffenden Strand fühlen, da man auf hohe Geschwindigkeiten kommt und sich und andere dementsprechend auch hohen Gefahren aussetzt.

Ein Tipp für den Anfang ist das Üben bei beginnender Flut und absolut flachem Wasser.
Dann das Equipment passend zu den Bedingungen wählen. Ein langes Brett macht den Surfer zwar langsamer, dafür hat er aber mehr Kontrolle über das Board.

  • So elegant ein gekonnter Ritt auf einer Riesenwelle auch aussieht, ist es ein recht gefährliches Vergnügen und erfordert viel Training und Routine. Grundlegend gilt: Ein erfahrener Schwimmer kann das Surfen lernen. 
  • Wie bei der Straßenverkehrsordnung gilt auch im Wasser als oberstes Gebot die gegenseitige Rücksichtnahme. Ein Zusammenstoß mit einem anderen Wassersportler und Badenden kann zu erheblichen Verletzungen führen.

Der Take Off

  1. Das Surfbrett ohne Sturz zum Wasser tragen, kann schon eine Kunstform werden. So sollte die Leash immer gespannt sein und deshalb das Board an der Seite getragen werden, an der die Leine am Bein befestigt wurde. Zudem sollte die Finne (‚Flossen’ des Surfbretts am Heck) immer nach innen zeigen, damit bei Windstößen niemand verletzt werden kann.
  2. Im Wasser gilt der allgegenwärtige Respekt vor der Kraft der Natur. Am besten seitlich am Körper das Board behalten und die Finne zuerst in die Wellen legen. Zur besseren Kontrolle über das Surfbrett sollte es immer an den Kanten nie am Leash festgehalten werden.
  3. Es folgt das so genannte das Paddeln. Dafür legt oder setzt man sich - so elegant wie möglich - auf das Board und paddelt mit den Armen weiter hinaus aufs Wasser in Richtung der entstehenden Wellen. Sobald man sich für eine Welle entschieden hat, wird kraftvoll angepaddelt, also mit wenigen Zügen Geschwindigkeit aufgebaut. Abschließend mit beiden Armen einen Zug, der das Aufsteigen auf eine Welle erst möglich macht.
  4. Ein kleiner Tipp für das Paddeln: Idealerweise taucht die Spitze des Surfbretts nicht ständig unter oder ragt auch nicht steil aus dem Wasser. Dafür die Beine ausgestreckt lassen und ein leichtes Hohlkreuz machen.
  5. Nun muss man den Take-off schaffen. Es ist der Aufsprungsmoment auf das Board. Das ist der schwerste Teil beim Surfen, da viele Dinge hier zusammenspielen müssen. Die eigene Position oder Schnelligkeit beim Anpaddeln sind schon Faktoren, die entscheiden, ob man auf das Board kommt oder nicht. 
  6. Sobald man nach dem Anpaddeln auf dem Wasser gleitet, nimmt man die Hände seitlich neben den Brustkorb und stellt die Zehen aufs Surfbrett. Wenn das Board stabil ist, drückt man die Arme hoch und springt in die Hocke. 
  7. Ein Tipp für das ausgewogene Reiten einer Welle ist die Fahrt zwischen Wellenkamm und -tal. Dafür muss man durch erprobte Verlagerung des Körpers das Surfbrett zur richtigen Höhe dirigieren. Hier hilft nur Übung!


Der kleine Unterschied zur großen Welle

  1. Allein der Höhenunterschied macht klar, dass eine Big Wave ausschließlich von absoluten Profis geritten werden sollte, die das Terrain bestens kennen.
  2. Da diese Monsterwellen um einiges kraftvoller sind, als es Armen möglich ist hineinzupaddeln, benötigt der Surfer ein technisches Hilfsmittel, das ihn auf die Welle zieht. Angefangen hat das sogenannte Tow-in Surfen in den 1990ern mit Jet-Skis. Heute werden auch Helikopter hinzugezogen um den Surfer besser im Blickfeld zu halten und den Jet Ski Fahrern Positionsanweisungen zu geben.
  3. Auch das Surfboard für das Reiten ganz großer Wellen unterscheidet sich ein wenig von den normalen Surfbrettern. Big Wave Surfbretter haben sogenannte "Foot Straps", nicht anderes als eine Art Fußschlaufe, mit dem der Surfer besser mit dem Brett verbunden ist. Ohne diese Fußschlaufen würde ein absurfen solch großer Wellen kaum möglich sein, da diese Wellen äußerst unruhig sind und keine glatte Wasseroberfläche aufweisen.
  4. Doch ist ein Wort der Warnung angebracht. Die hohe Geschwindigkeit des Surfers und die Unberechenbarkeit solcher Riesenwellen beinhalten ein enormes Risiko. Die Jet Skis, die den Surfer erst auf die Welle gezogen haben, müssen den Surfer schließlich aus dem Wasser ziehen um ihn vor nachfolgenden Wellen in Sicherheit zu bringen.

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