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Das kurioseste Fußballspiel aller Zeiten: Barbados vs. Grenada 1994

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Fußball ist die wohl beliebteste Sportart der Welt und findet bei Jung und Alt genauso viele Anhänger wie bei Männern und Frauen.
Spannende Spiele gibt es immer wieder, die den Zuschauern und den Fans lange in Erinnerung bleiben. Aber es kommt auch vor, dass Fußballspiele aus anderen Gründen unvergesslich sind.

Hintergründe: Barbados vs. Grenada 1994

Eine Regeländerung soll für mehr Spannung und Unterhaltung sorgen

Immer wieder gibt es im Fußball Spiele, die am Ende einen Sieger haben müssen. Um solche Spiele attraktiver zu gestalten, wurde damals das Golden Goal eingeführt. In den Anfängen des Golden Goals wurden viele Tests durchgeführt bei Spielen, die vorher und auch heute wieder komplett ohne eine Verlängerung auskommen. Die Qualifikation für eine Fußballweltmeisterschaft findet am Anfang in Gruppenspielen statt, die auch einmal Unentschieden enden können. In der Testphase des Golden Goals jedoch wurden die Gruppenspiele aus der Qualifikationsgruppe Karibik schon mit dieser Regel konfrontiert. Hier kam noch hinzu, dass das Golden Goal doppelt gewertet wurde. Da in solchen Spielen am Ende oft das Torverhältnis entscheidet, kann so ein doppeltes Tor eine entscheidende Wirkung besitzen.

Der Schuss geht nach hinten los – im wahrsten Sinne des Wortes

1994 kam es im entscheidenden Gruppenspiel der Karibik zu einer besonderen Konstellation. Barbados und Grenada hatten beide noch die Chance auf den Gruppensieg und damit das Erreichen der nächsten Runde der Qualifikation. Barbados benötigte einen Sieg mit zwei Toren Unterschied, während bei einer Niederlage mit nur einem Tor Unterschied Grenada diesen Gruppensieg erreichen würde. Barbados führte nun mit 2:0 als Grenada der Anschlusstreffer gelang. Mit nur noch sieben Minuten Restspielzeit trafen die Spieler von Barbados eine Entscheidung. Ein Eigentor sollte die Mannschaft in die Verlängerung bringen und damit die Chance eröffnen, mit dem Golden Goal die nächste Runde zu erreichen. Grenada konnte den Ausgleich nicht verhindern und versuchte nun seinerseits, das Spiel mit einem Eigentor zu entscheiden. Schließlich würde eine knappe Niederlage die Verlängerung verhindern, aber das Weiterkommen sichern. Für die Zuschauer wurde auf diese Weise komplett verkehrter Fußball geboten. Am Ende hatte Barbados das bessere Ende für sich. Es ging in die Verlängerung und hier gelang der Treffer zum Golden Goal. So hatte sich der Fußball-Weltverband FIFA das sicher nicht gedacht.

Bei der Überlegung, das Golden Goal einzuführen, hat niemand auch nur im entferntesten daran gedacht, dass der Schuss nach hinten losgehen könnte. Sonst wäre es nie zu diesem kuriosen Spiel im Jahre 1994 gekommen.

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