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Deutsche Bundesliga - Wer hat den besten Nachwuchs?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
In der Historie der höchsten deutschen Fußballklasse fällt auf...

In der Historie der höchsten deutschen Fußballklasse fällt auf, dass sich auch im Bereich der Jugend- und Juniorenarbeit immer wieder regelrechte vereinsbezogene Zyklen herausgebildet hatten.

Diese waren bzw. sind immer noch zu einem Gutteil abhängig von den jeweiligen im Weltfußball bevorzugten Spielsystemen zum einen und dem überhaupt vorhandenen Spielermaterial zu anderen. Und grad dies versucht man mit einer gut ausgeführten Nachwuchsarbeit so früh als möglich entsprechend erfolgreich auszuformen.

Sehr häufig orientiert man sich an der dominierenden Nationalmannschaft.

  1. Im Moment ist dies, wie du sicher weißt, das spanische Team. Und wohl selten in der Geschichte des Fußballs war eine Vormachtstellung so eindeutig. Untermauert wird dies durch die Ummünzung in Titel- nie zuvor war es einer Nationalmannschaft gelungen drei Mal hintereinander eine Welt- oder Europameisterschaft zu erringen.
  2. Die Spanier demonstrieren mit ihrem höllisch fixen Kurzpasspiel und der daraus fast immer resultierenden Ballbesitzhoheit wie ermüdend ein so hohes Maß an mannschaftlicher Dynamik auf den Gegner wirken kann- sowohl physisch als auch psychisch.
  3. Voraussetzung dafür ist aber individuelles, technisches Können und perfekte Fitness.
  4. Beide Schwerpunkte müssen von früher Jugend an trainiert werden.
  5. Schaut man sich die Gewinnsammlung der spanischen Jugend- und Juniorennationalmannschaften an, so wird deutlich, dass die meisten heutigen Nationalspieler auch in den jungen Jahren zwischen zwölf und zweiundzwanzig fast jedes Jahr den Titel abräumten.
  6. Spanien steht also exemplarisch dafür wie sehr Erfolg im Fußball auf Arbeit und möglichst frühem Beginn von Talentförderung aufbaut.

 

Damals: Dieses Konzept gibt - bzw. gab es natürlich auch auf kleinerer Ebene.

  1. Berühmtes Beispiel aus der Bundesliga waren die Waldhofbuben aus Mannheim.
  2. In den späten 70er- und frühen, mittleren 80er Jahren formte deren Trainer Klaus Schlappner eine schlagkräftige Truppe, die von der Amateurliga bis in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg. Eine Meisterschaft gewann der SV Waldhof Mannheim zwar nie, verschaffte sich aber mit seiner frechen offensiven Spielweise und mit dem sich dahinter verbergenden Jugendaufbauplan überall in Deutschland allerhöchsten Respekt.
  3. Trainer Klaus Schlappner, kurz Schlappi genannt, als Vater des Erfolges reüssierte in schneller Zeit zur Kultfigur der Liga.
  4. Der Mann mit dem unvermeidlichen Pepitahut verkörperte mit seinen kessen Sprüchen und steter guter Laune den Typus eines neuen Trainers, der trotz extremer Humorbereitschaft absolute Autorität ausstrahlte.(auf youtube kannst du seine besten Sprüche und witzigsten Interviews nochmal anschauen- sehr sehenswert!)
  5. 1994 drangen Schlappners Buben mit dieser Unbekümmertheit sogar bis ins DFB-Halbfinale vor und der UEFA-Cup wurde nur durch eine geringfügig schlechtere Tordifferenz verpasst.
  6. Sogar Nationalspieler brachte sein Erfolgsmodell hervor- die späteren Abwehrrecken Karlheinz- und Bernd Förster bekamen von Schlappi das notwendige Rüstzeug für eine sehr erfolgreiche Profikarriere. Das Brüderpaar brachte es in seiner Karriere zusammen auf 114 Länderspiele, wurden 1980 Europameister und 1982 Vizeweltmeister.
  7. Bekanntester Spieler, der sich aus den Waldhofbuben herausschälte war und ist bis heute aber Jürgen Kohler. Kohler avancierte vom Zweitligakicker bis zum Weltklassemann, spielte unter anderem auch bei Juventus Turin. Mit dem WM-Titel von 1990 krönte er seine über 100 Länderspiele währende Laufbahn in der Nationalelf.

 

Heute:

  1. Heute gelten der VfB Stuttgart, Werder Bremen, Schalke 04, Borussia Dortmund und der Branchenprimus Bayern München gemeinhin als die Clubs mit der besten Nachwuchsarbeit.
  2. Regelmäßig spielen deren Jugend- und Juniorenmannschaften um die deutschen Meistertitel in ihren jeweiligen Spielklassen mit und generieren Kohorten an Nationalspielern für die U-Mannschaften.
  3. Schaut man sich dann die Titelgewinnverteilung der letzten 30 Jahre bei den Profis an, so kann man diesen Mannschaften nicht anders als Recht geben.
  4. 26 der 30 ausgespielten deutschen Meisterschaften wurden allein von diesen fünf Teams gewonnen.
  5. Du siehst also- man kann nicht früh genug mit dem intensiven Training anfangen.

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