Foto: Shutterstock.com

Doping bei der Tour de France - Warum gerade im Radsport so populär?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
Die Tour de France hat einst die Massen begeistert - heute wird sie von Dopingfällen überschattet.

Die Tour de France hat einst die Massen begeistert. Nicht nur zu den Zeiten der spannenden Zweikämpfe zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong, sondern ganz generell erfreute sich die Tour de France größter Beliebtheit. Vor allem die schier unmenschlichen Leistungen der Radfahrer begeisterten und fesselten die Zuschauer schon seit Jahrzehnten. Die Bezwingung hunderter von Kilometern durch die Alpen und Pyrenäen erforderten dabei stets hartes Training und ein gut ausgeprägtes Lungenvolumen. Mit den Jahren kamen jedoch immer mehr Dopingfälle zum Vorschein. Was zunächst wie das natürliche Vorkommen schwarzer Schafe aussah, erwuchs nach und nach zu einer wahren Epidemie. Mittlerweile ist so gut wie sicher, dass auch einst gefeierte Ausnahmefahrer wie Jan Ullrich und allen voran Lance Armstrong gedopt haben, um an der Weltspitze bestehen zu können. Seither kämpft die Tour de France mit Imageproblemen. Der jüngste Dopingskandal um den Luxemburger Topfahrer Fränk Schleck gießt freilich neues Wasser in die Mühlen der Kritiker. Warum ist gerade der Radsport, insbesondere die Tour de France so anfällig für Dopingvergehen?

Blutdoping

  1. Bei den extremen Belastungen durch die Tour de France, ist vor allem eine gute Sauerstoffversorgung des Blutes der Sportler gefragt.
  2. Nur wer hier am Limit arbeitet, kann Erfolge verzeichnen.
  3. Wer dies nicht schafft, fährt bestenfalls hinterher. Blutdoping wird immer ausgefeilter und ist im ständigen Wettbewerb mit Methoden zum Nachweis des Dopings.
  4. Auch deshalb ist es gerade im durch Extrembelastungen gekennzeichneten Radsport so populär. Mit Doping lassen sich die Qualen der Tour de France besser ertragen und wesentlich schnellere Zeiten erzielen.


Teufelskreise

  1. Zeitweise war bei der Tour de France weniger die Frage zu stellen, wer dopt als die Frage, wer eigentlich ohne illegale Hilfsmittel fährt.
  2. Daran lässt sich auch ein weiterer Grund für die Popularität des Dopings beim Radsport ablesen.
  3. Wer nicht dopt, ist kaum konkurrenzfähig.
  4. Wenn so ziemlich jeder dopt, können sich saubere Fahrer entweder mit hinteren Plätzen begnügen mit den Folgen weniger Sponsoren und geringerer Verdienste oder sie schwimmen mit dem Strom und dopen fleißig mit.
  5. Dass dies freilich zu Gesundheitsschäden und Abhängigkeiten führen muss, zeigt nicht zuletzt der tragische Fall um den ehemaligen Tour der France Gewinner Marco Pantani, welcher früh verstarb.

Kommentare