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Dopingsünder im Spitzensport? - Einige der größten Skandale

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:04
Wer als Sportler unerlaubte Medikamente einnimmt oder anwendet, der betreibt Doping.
Aus gutem Grund wurden von den Sportverbänden einige Medikamente verboten, nicht nur weil sie die trainingsbedingte Leistung eines Sportlers steigern können und dieser so unfaire Vorteile gegenüber anderen Sportlern hätte, sondern auch, weil einige dieser Medikamente durchaus schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen würden. Aber trotzdem werden immer wieder Fälle von Doping im Spitzensport bekannt und die Dunkelziffer, der unentdeckten Dopingfälle, liegt wahrscheinlich noch um einiges höher.

Es gibt viele verschiedene Arten von Doping:

  • Während oder kurz vor einem Wettkampf können Mittel eingenommen werden, die kurzzeitig höhere Kräfte freisetzen können. Dies sind unter anderem: Narkotika, Beta-Blocker, Diuretika und auch Stimulanzien.
  • Um langfristig mehr Muskelmasse aufzubauen oder die Ausdauer zu steigern, werden regelmäßig Hormone (hauptsächlich Anabolika) für mehr Muskeln und Erythropoietin (bekannt als EPO) für die Ausdauerleistungsfähigkeit, verabreicht.
  • Beim sogenannten Blutdoping, wird dem Sportler vor wichtigen Wettkämpfen Eigenblut eingeführt.

Die spektakulärsten Doping-Skandale im Spitzensport:

  1. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann Ben Johnson mit einer damals neuen Fabelzeit von 9,79 Sekunden die 100 m. Zwei Tage nach seinem Sprinterfolg wurde er des Dopings überführt. Es wurden synthetischen anabolen Steroide in seiner Urinprobe festgestellt. Der Weltrekord und sein Olympiatitel wurden aberkannt und er wurde für 2 Jahre gesperrt.
  2. 1992 wurde bei der Doppel-Weltmeisterin von Tokio 1991, der Leichtathletin Katrin Krabbe, Clenbuterol, ein verbotenes Dopingmittel, nachgewiesen. Daraufhin bekam sie vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) eine einjährige Sperre, welche der Weltverband IAAF sogar auf zwei Jahre anhob. Dagegen klagte die Sportlerin aber und bekam recht, sodass der IAAF einen Schadensersatz von 1,2 Millionen D-Mark an sie zahlen musste.
  3. 1994 wird der argentinische Fußballstar Diego Maradona von der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschlossen, nachdem man ihm die verbotene Substanz Ephedrin nachweisen konnte.
  4. 1999 brach die sogenannte "Zahnpasta-Affäre" dem 5000-Meter-Olympiasieger von 1992, Dieter Baumann das Genick. Ein positiver Test auf Nandrolon sorgte, trotz Klage vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS, dafür, dass er von den Spielen 2000 in Sydney ausgeschlossen wurde.
  5. 2006 werden Jan Ullrich, der Italiener Ivan Basso und sieben weitere Fahrer von der Tour de France ausgeschlossen, da ihnen eine Zusammenarbeit mit Eufemiano Fuentes, einem aus Spanien stammenden mutmaßlichen Doping-Arzt, nachgewiesen wurde
  6. 2007 muss Marion Jones (USA), dreimalige Olympia-Siegerin, ihre Goldmedaillen wieder abgeben, als ihr vom IOC die Olympiasiege wegen jahrelangem Doping aberkannt werden.
  7. 2012 trifft es den Ex-Radprofi Jan Ullrich besonders hart, als ihn der internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne für schuldig befindet, gedopt zu haben. Urteil: Sperre bis August 2013 und Aberkennung aller Ergebnisse seit Mai 2005.
  8. 2012 werden dem bislang erfolgreichsten Radsportler der Geschichte, Lance Armstrong, alle Tour-de-France Titel aberkannt. Er macht sich des Dopings schuldig und wird lebenslang gesperrt.

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