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Felix Baumgartner - Die Biographie eines Grenzgängers?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Der in Salzburg geborene Extremsportler Felix Baumgartner ist ein Mann der Extreme.
Als Base-Jumper sprang er unter anderem vom Petronas Tower in Kuala Lumpur und von der höchsten Brücke der Welt, dem Viaduc de Millau in Südfrankreich. Zu den spektakulärsten Sprüngen gehören der Sprung vom Arm der Christusstatue in Rio de Janeiro und der Sprung in die etwa 120 m tiefe Höhlenkammer Majlis al Jinn im Oman.

In vielen Ländern sind Base-Jumps verboten und Baumgartner verschafft sich bisweilen heimlich Zugang zu seinen Absprungsplattformen. 2004 wurde er nach einem Sprung von der Brücke über den Panamakanal von der Polizei gefasst und für einige Tage inhaftiert. Sein Sprung von der Hochsicherheitsbrücke hatte erhebliche Sicherheitslücken offenbart und entwickelte sich zur öffentlichen Affäre.

Im Jahr 2003 überquerte er nur mit Karbonflügeln und einem Schutzanzug ausgestattet, den Ärmelkanal von Dover bis Calais, nachdem er in 9800 m Höhe aus einer Propellermaschine gesprungen war.

  1. Doch das nun geplante Red Bull Stratos Projekt geht ans Limit des Machbaren: Felix Baumgartner plant, mit einem Heliumballon die Stratosphäre zu erreichen, und mit einem Spezialanzug und Sauerstoff ausgestattet, zur Erde abzuspringen. 
  2. Dabei würde er als erster Mensch ohne Fluggerät die Schallmauer durchbrechen. Wenn das Experiment gelingt, bricht Baumgartner gleich vier Rekorde: Es handelt sich um die höchste bemannte Ballonfahrt, den höchsten Absprungpunkt, den längsten freien Fall und die größte jemals im freien Fall erreichte Geschwindigkeit.
  3. Ein derart ambitioniertes Projekt erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und ein engagiertes Team. Felix Baumgartner bereitet sich mit Raumfahrtexperten seit drei Jahren auf das Vorhaben vor.
  4. In Texas wurden Tests in einer Druckkammer durchgeführt, in der die Bedingungen in 36000 m Höhe simuliert werden. Dort wurden Handlungsabläufe geübt und der Druckanzug getestet.
  5. Zum Trainingsprogramm gehören auch Bungeejumps und Skydives aus unterschiedlichen Höhen mit Druckanzug und Helm.
  6. Am Tag des Absprungs steigt Felix Baumgartner in einer Raumkapsel mit einem Heliumballon bis auf eine Höhe von über 36000 m auf. Der Aufstieg dauert etwa drei Stunden.
  7. Anschließend verlässt er in seinem Schutzanzug die Raumkapsel und fällt zur Erde.
  8. Der freie Fall dauert etwa fünfeinhalb Minuten, Baumgartner erreicht eine Geschwindigkeit von 1100 km/h und durchstößt die Schallmauer.
  9. Etwa eineinhalb Kilometer über der Erde öffnet er den Fallschirm, der ihn hoffentlich sicher zurück zur Erde bringt.
  10. Trotz akribischer Vorbereitung handelt es sich um Pionierarbeit. Baumgartner ist extremen Druck- und Temperaturschwankungen ausgesetzt, und wie ein Mensch auf das Durchbrechen der Schallmauer reagiert, kann niemand vorhersehen. Zudem können Pannen, menschliche Fehler oder unvorhergesehene Schwierigkeiten nie ausgeschlossen werden.

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