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Gregor Schlierenzauer - Ist er zu schlagen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Er ist der jüngste Skiflugweltmeister aller Zeiten und wird oft als unschlagbar bezeichnit.

Spätestens als der 1990 in Fulpmes geborene Schlierenzauer im Februar 2006 Juniorenweltmeister wurde, war sich die Fachwelt einig: Der für den SV Innsbruck Bergisel startende Springer hat das Zeug zu einem Superstar. Und so sollte es auch kommen. Bereits bei seinem Weltcup-Debüt im März 2006 sprang er auf Anhieb in die Punkteränge. Und seit dem zweiten Springen der Saison 2006/2007 gehörte Schlienzauer zum Stammaufgebot seines Landes im Weltcup. Seitdem stehen mehr als 45 Weltcupsiege sowie der Sieg im Gesamtweltcup (Saison 2008/2009) auf seinem Konto. Dazu kommen noch Team-Gold bei den Olympischen Winterspielen Vancouver 2010 sowie diverse Gold-Medaillen im Einzel und im Team bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften und den Weltmeisterschaften im Skiflug.

  • Aber was macht den Österreicher zu einem Athleten, der scheinbar keinen Konkurrenten zu fürchten hat?
  • Viele Experten stellen vor allem seine perfekten körperlichen Voraussetzungen und seine einzigartigen technischen Fähigkeiten heraus.
  • Dazu kommt ein privates und sportliches Umfeld, das dem Tiroler Sicherheit und Bodenständigkeit vermittelt.
  • Seine langjährigen Wegbegleiter betonen immer wieder, dass der Tiroler seine frühere Verbissenheit abgelegt hat und mit der Zeit immer gereifter und routinierter wurde.
  • Ein Prozess der Reifung, der ihn immer stärker und scheinbar unbesiegbar machte.
  • Und auch die Regeländerungen und Entwicklung des Materials hatten nicht die negativen Einflüsse auf Schlierenzauers Leistung, die von vielen Experten befürchtet wurden.
  • Der gekrümmte Bindungsstab, der im Jahre 2010 eingeführt wurde, reduzierte einen Vorteil, den Schlierenzauer dank seines Körperbaus hatte.

Schlierenzauer´s Erfolgsquote - Einflussfaktoren

  • Als sich der Österreicher zu Beginn der Saison 2010/2011 bei einem Sprung im Training schwer am Knie verletzte, fürchteten viele Fans einen Knick in dieser einzigartigen Karriere.
  • Aber auch in dieser Zeit zeigte Schlierenzauer, dass er ein absoluter Ausnahmeathlet ist.
  • Nach einer kurzen Zeit der Regeneration sprang er bei seinem Comeback im tschechischen Harrachov bereits wieder unter die ersten Zehn. In den nächsten Wochen konnte er sich kontinuierlich steigern und noch drei Siege im Weltcup erzielen.
  • Seitdem hat Schlierenzauer den Nimbus der Unbesiegbarkeit inne, was er durch seine beiden Siege bei der Vierschanzentournee (2011/2012 und 2012/2013) eindrucksvoll bestätigte.
  • Für den Österreicher war das scheinbar aber mehr Herausforderung als ein Handicap: Mit der überalterten Bandbindung, mit der Schlierenzauer als einziger Athlet an den Start ging, holte er 2011 den WM-Titel.
  • Auch die Herausforderung der engeren Anzüge meisterte er auf seine gewohnt perfektionistische Weise.
  • Mit seinem Trainer tüftelt Schlierenzauer im ÖSV-Stützpunkt Innsbruck nicht nur akribisch an sportlicher Technik und Fitness, sondern auch am Material.
  • Und so ist er trotz seiner großen Erfolge weiterhin ehrgeizig und auch bereit, ständig an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten.
  • Diese Motivation, ständig die eigenen Grenzen zu verschieben, macht es für die Konkurrenten so schwierig, den Tiroler zu schlagen.
  • Sicherlich wird es bei einigen Wettkämpfen immer wieder Springer geben, die Schlierenzauer auf die folgenden Plätze verdrängen.
  • Langfristig dürfte es aber fast unmöglich sein, Schlierenzauers Vormachtstellung in dieser Sportart zu beenden.
  • Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der sympathische Österreicher von schweren Verletzungen verschont bleibt.

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