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Im Abseits: Die kuriosesten WM-Geschichten

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Die vergangenen Fußballweltmeisterschaften haben immer wieder für kuriose Szenen gesorgt. Seien es außergewöhnliche Tore...

Die vergangenen Fußballweltmeisterschaften haben immer wieder für kuriose Szenen gesorgt. Seien es außergewöhnliche Tore, kuriose Spielzüge oder einfach der Ausgang mancher Spiele selbst. Hier sind drei Geschichten, die uns auf alle Fälle immer in Erinnerung bleiben werden.

Die Hand Gottes

 Zu den berühmtesten Anekdoten zählt ohne Frage das Spiel Argentinien gegen England am 22. Juni 1986. Das Viertelfinale der WM im Mexiko war in der 51. Minute von einem überaus spirituellen Moment gekennzeichnet.

Eine Einschätzung, die sich zumindest treffen lässt, wenn man Diego Armando Maradona heißt. Der Spieler schraubte in dieser Spielminute seinen bereits damals nicht gerade athletischen Körper erstaunlich weit in die Höhe und bugsierte den Ball aber schlussendlich mit seiner linken Hand ins Tor der Engländer.

Für Normalsterbliche ein klares Handspiel, doch für Maradona und unerklärlicherweise auch den Schiedsrichter war es die "Hand Gottes" gewesen, die den Ball in das Tor gespielt hatte. Am Ende stand es 2:1 für Argentinien und der Weg zum späteren Gewinn der Weltmeisterschaft war geebnet. Für englische Fußballfans ist die göttliche Erscheinung aber noch heute ein veritables Trauma.

 

Zidane sieht rot

Nicht weniger kurios ist der Kopfstoß eines weiteren begnadeten Fußballers gewesen. Zinedine Zidane stand am 9. Juli 2006 im WM-Finale im Berliner Olympiastadion. Es sollte der krönende Abschluss seiner außergewöhnlichen Karriere werden. Mit einem lässigen Elfmeter hatte Zidane sein französisches Team bereits nach sieben Minuten in Führung gebracht.

Der Ausgleich der Italiener folgte aber bereits rund 10 Minuten später durch Marco Materazzi. Beide Torschützen sollten das Spiel aber noch in einer anderen Hinsicht prägen. Das Unentschieden blieb bis zum Ende der regulären Spielzeit bestehen und die Mannschaften gingen in die Verlängerung. Was dann in der 110. Minute folgte, beschäftigt die Fans auf der Welt noch heute.

Zidane setzte plötzlich zu einem im Fußball bis dahin noch nicht gesehenen Kopfstoß gegen Materazzi an, der augenblicklich zu Boden sank. Dem ungläubigen Staunen der Zuschauer im Stadion und an den Fernsehern folgte die wohl klarste Rote Karte für eine Tätlichkeit in der WM-Geschichte. Der Grund für den Ausraster von Zidane waren heftige Beleidigungen durch den Italiener.

Der genaue Wortlaut der kurzen Unterhaltung zwischen den beiden Spielern ist bis heute nicht geklärt, doch sehr wahrscheinlich hat Materazzi mit seinen Provokationen auf die Schwester von Zidane abgezielt. Die beiden Streithähne haben sich vier Jahre später im Rahmen einer Aussprache zwar wieder versöhnt, doch in Frankreich sollte Materazzi besser keinen Urlaub mehr verbringen. Zu allem Übel aus französischer Sicht gewann die Squadra Azzurra damals auch noch das Finale im Elfmeterschießen.

Das Kartenspiel von Nürnberg

Einen bis heute unerreichten Rekord stellte wiederum das Match zwischen Portugal und den Niederlanden am 15. Juni 2006 im Nürnberger Frankenstadion auf, das ebenfalls bei der WM in Deutschland stattfand.

Das Achtelfinale ging mit einem eher unspektakulären Ergebnis von 1:0 für Portugal aus. Doch im Gegensatz zur geringen Torausbeute an diesem Tag war der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow wesentlich großzügiger mit der Vergabe von Karten. Nicht weniger als 16 Gelbe Karten und vier Platzverweise wurden am Ende im sicherlich mehrseitigen Spielbericht vermerkt.

Zwar wurden bereits bei der WM 2002 in Japan und Südkorea bei der Partie zwischen Deutschland und Kamerun einmal 16 Gelbe Karten verteilt, doch vier Platzverweise sind bis dato ein alleiniger Rekord. Iwanow wurde übrigens nach dem Spiel nicht mehr für weitere Einsätze bei der WM berücksichtigt und pfiff auch später bei keinem größeren Turnier mehr. Ein Grund wahrscheinlich, dass der Rekord noch immer besteht!

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