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Klub-WM im Fußball: Worum geht's?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Die Weltschmeisterschaft der Vereinsfußballer.

Auch wenn die Klub-WM bei uns in Deutschland nicht die ganz große mediale Aufmerksamkeit erfährt wie die Champions League oder die nationale Liga, ist ihr sportlicher Wert durchaus hoch: Teilnahmeberechtigung haben nur kontinentale Meister sämtlicher Föderationen des Fußball Weltverbands FIFA. 

Infobox: Die Endspiele der Klub-WM seit 2005

  • 2005: FC Sao Paulo - FC Liverpool 1:0
  • 2006: International Porto Alegre - FC Barcelona 1:0
  • 2007: AC Mailand - Boca Juniors Buenos Aires 4:2
  • 2008: Manchester United - Liga de Quito 1:0
  • 2009: FC Barcelona - Estudiantes de La Plata 2:1 n.V.
  • 2010: Inter Mailand - TP Mazembe 3:0
  • 2011: FC Barcelona - FC Santos 4:0
  • 2012: Corinthians Sao Paulo - FC Chelsea 1:0

Champions unter sich

Im Dezember 2013 findet die Klub-WM im marokkanischen Agadir statt. Es treten dabei die kontinentalen Meister - also die besten Klubs jedes Kontinents - gegeneinander an, um die offiziell beste Vereinsmannschaft der Welt zu ermitteln. Der FC Bayern München als Sieger der europäischen Champions League streitet sich mit dem Sieger der Copa Libertadores aus Südamerika (Atletico Mineiro aus Brasilien) sowie den Vertretern Asiens, Afrikas, Nord-und Zentralamerikas und Ozeaniens um den Titel. Traditionell machen die europäischen und südamerikanischen Klubs den Titel unter sich aus, da hier die stärksten Ligen der Welt beheimatet sind. Dies schlägt sich auch im Modus der Veranstaltung nieder.

Modus mit Vorteilen für Europa und Südamerika

Es ist vorgesehen, dass die Sieger aus Europa und Südamerika erst im Halbfinale ins Geschehen eingreifen. Die Sieger der anderen Konföderationen spielen davor bereits intern die beiden Halbfinal-Gegner aus. Diese Spiele haben für die Vertreter der kleineren Kontinentalverbände wie Afrika oder Asien ein extrem hohes Prestige, ist es doch die einzige Möglichkeit, sich in offiziellen Spielen mit den besten und bekanntesten Mannschaften der Welt messen zu können. Auch deshalb genießt die Veranstaltung außerhalb Europas mehr Aufmerksamkeit als in Europa selbst, wo die Champions League gemeinhin als die wichtigste Trophäe im globalen Fußball gilt. 

Im Gegensatz zu den Kontinentalmeisterschaften werden bei der Klub-WM neben dem Sieger auch alle weiteren Plätze ausgespielt, wenngleich sich die Spiel um Platz drei und fünf (logischerweise) deutlich weniger Beliebtheit erfreuen. 

Traditionelle Dominanz zweier Verbände

Lange Zeit hatten nur die Sieger Europas und Südamerikas Teilnahmeberechtigung an der Klub-WM. Damals hieß die Veranstaltung noch Weltpokal und stand nicht unter dem Dach der FIFA. Um den Pokal wurde jährlich im Dezember in Tokio gespielt. Alle anderen Verbände durften erst teilnehmen, nachdem der ehemalige Weltpokal im Jahr 2005 von der Klub-WM abgelöst wurde. Zuvor hatten die südamerikanischen Mannschaften mit 22 Finalsiegen die Nase leicht vor den europäischen Teams mit 21 Siegen. Gerade aber die Sieger aus Europa schickten wegen der wenigen Aufmerksamkeit und Reisestrapazen nach Japan oft Mannschaften ohne die größten Stars. 
Seit 2005 hat die Klub-WM wieder deutlich an Renommee zugenommen, im Jahr 2010 konnte sich sogar erstmals der Vertreter Afrikas für das Endspiel qualifizieren. TP Mazembe aus dem Kongo unterlag jedoch Inter Mailand klar. 

 

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