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Olympiastadion Sotschi: Wie viel hat es gekostet?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Winterolympiade in Sotschi im Kampf um ein gutes Image

Die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gelten als das Sportereignis der Superlative auch in puncto Kostenexplosion. Behalten die Kritiker mit Ihren seit langem und auch aktuell geäußerten Befürchtungen Recht? Wie beziffern sich eigentlich die aktuellen Kosten zum Olympiastadion in Sotschi? Der folgende Beitrag soll dazu möglichst konkret und übersichtlich Hinweise geben.

Faktische Zahlen für das Olympiastadion in Sotschi

  • Das Olympiastadion „Fischt“ kostet anstatt 7,5 Milliarden Rubel mindestens 23,5 Milliarden Rubel. Das macht pro Sitzplatz (insges. 40.000) einen Wert von 19.500 Dollar.
  • Das Hockey-Stadion „Bolschoi“ wird ebenfalls teurer als 300 Millionen Dollar. Es wird von einem Sitzplatzwert in Höhe von 25.000 Euro ausgegangen.
  • Die Sprungschanze wird sich um das 36-fache verteuern
  • Der Bau einer Schnellstraße von Sotschi zum Ort der Alpinen Wettbewerbe Krasnaja Poljana ist der größte Einzelposten und kostet lt. Nawalny über 300 Mrd. Rubel, also ca. 6,4 Mrd. Euro.

Offizielle Beschuldigungen:

Der russische Regierungskritiker Nawalny hat aktuell eine Studie über die tatsächlich entstandenen Kosten vorgelegt und gleichzeitig angemerkt, dass viel Geld verschwunden sei.

Stellungnahmen:

  • Entsprechend Nawalnys Aussagen haben die Auftragnehmer die ursprüngliche Kalkulation um das 36-Fache überzogen. Entsprechend der Moskauer Stiftung für Korruptionsbekämpfung, deren Chef Nawalny ist, liegt eine Kostenexplosion alleine für die Eishockey-Arenen im Olympiastadion von Sotschi um das 25-fache vor. Das würde auch für die „Richtigkeit“ der Aussage von Boris Nemzow sprechen. Er behauptet, dass 25-30 Milliarden Dollar in die Taschen von Putins Vertrauten und Oligarchen gewandert seien.
  • Die Veröffentlichung der Studieninhalte schockte und verärgerte Putin erwartungsgemäß. Er forderte alle Beweise für Korruption, die es seiner Meinung nach natürlich nicht gibt, offen zu legen.
  • Diese Warnung ging inoffiziell auch an das IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper. Dass ein Drittel des Olympia-Budgets versickert sei hatte Kasper gegenüber einem Schweizer TV-Kanal verlauten lassen.
  • Interessant ist die Warnung von Boris Nemzow. Er hatte bereits Anfang der 1990er Jahre als Bürgermeister von Sotschi in seinem Report „Olympische Winterspiele in den Subtropen“ vor einer derartigen Kostenexplosion in Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro für das Olympiastadion in Sotschi gewarnt.
  • Dass russische Oligarchen 30% der Investitionen in Sotschi finanzieren würden stimme nicht, es seien faktisch 3,5%. Der erste offizielle Kostenplan sei zudem von einem Investitionsvolumen in Höhe von 12 Milliarden ausgegangen, 6,7 Milliarden Euro zur Kostendeckung sollten vom russischen Staat übernommen werden.
  • Letztes Jahr, Februar 2013, veröffentlichte die Wirtschaftszeitung "Wedomosti", dass die Kosten für das Olympiastadion in Sotschi auf 1,5 Billionen Rubel= 50 Milliarden Euro gestiegen seien.
  • Von 200 Milliarden Rubel = 4,3 Milliarden Euro hingegen spricht der russische Regierungschef Dmitri Medwedew. Der größte Teil ginge sogar in die allen zugute kommende bessere Infrastruktur der Schwarzmeerregion Krasnodar.

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