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Pause auf der Hütte? - Gefahen des Alkohols beim Skisport

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:10
Sonne, Pulverschnee und klirrende Kälte. Da gehört der Jagertee auf der Hütte fast dazu.

Sonne, Pulverschnee und klirrende Kälte. Da gehört der Willi oder ein zünftiger Jagertee bei der Pause auf der Hütte dazu. So denken sicherlich einige von euch. In der Tat verlocken die urigen Bauden und Hütten dazu, gerne mal einen zu zwitschern. Aber Vorsicht ist geboten, denn Alkohol beim Skifahren ist kein „Kavaliersdelikt“. Es gibt zwar in keinem Land ein Alkoholverbot auf den Skipisten, allerdings werden in Italien oder den USA Kontrolleure eingesetzt, die die Skifahrer nach der Pause auf der Hütte mal etwas genauer unter die Lupe nehmen und im Zweifelsfall auch empfindliche Sanktionen verhängen können.

Parallelen zum Straßenverkehr:

  • Klar ist, dass Alkohol beim Skifahren im Interesse der eigenen Sicherheit und der der anderen Urlauber tabu sein sollte.
  • Denn wie auch im Straßenverkehr oder der Disco hat Alkohol die gleichen Folgen beim Wintersport. Die Selbstüberschätzung steigt genauso schnell, wie die Einschätzung von Gefahren sinkt. Da sieht dann ein steiler Abhang eben nur wie ein kleiner Hügel aus.
  • Wer nach übermäßigem Alkoholgenuss schon mal getorkelt ist, kann sich vielleicht vorstellen, was 5 oder 6 Kurze in der Pause auf der Hütte dann für die Talfahrt auf Skiern bedeuten. Für viele ist es schon schwierig genug im nüchternen Zustand die Balance zu halten – betrunken habt ihr dann keine Chance den Berg heil hinunterzukommen.


Wirkung des Alkohols:

  • Der Grund dafür liegt in der Wirkung des „Wärmespenders“. Dieser in Form von Alkohol beim Skifahren erweitert nämlich die Blutgefäße im Körper, was eine stärkere Durchblutung der Haut bewirkt, welche dadurch mehr Wärme an die Umgebung abgibt.
  • Unterkühlungen sind somit vorprogrammiert, außerdem werden Erfrierungen als solche nicht oder nicht richtig wahrgenommen.
  • Außerdem ist der Mythos Alkohol beim Skifahren als Wärmespender, eben nur ein Mythos. Das funktioniert genauso wenig, wie das Aufwärmen durch eine feuchte Hose!


Rechtliche Folgen:

  • Doch auch die Gefahren für andere Skifahrer sind groß. Hat man erst mal einen anderen Wintersportler zu Fall gebracht, trägt man mitunter nicht nur körperliche, sondern eventuell auch rechtliche Folgen davon.
  • Denn in manchen Fällen weigern sich Versicherungen für entstanden Schäden an Mensch und Material aufzukommen, da diese nach dem Schnäpschen bei der Pause auf der Hütte fahrlässig verursacht wurden.


Aprés-Ski im Tal:

  • In vielen Skigebieten haben die Wirte reagiert und bieten das allseits beliebt Aprés-Ski im Tal oder an den Talstationen der Lifte an, damit die Pause auf der Hütte nicht zur Gefahr für sich und anderer wird.

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