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Red Bull Stratos - Was ist das Besondere an diesem Projekt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Red Bull Stratos ist das bislang wagemutigste Projekt des österreichischen Extremsportlers.

Red Bull Stratos ist das bislang wagemutigste Projekt des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner, der sich seit 1998 als professioneller Basejumper aufsehenerregend von Wolkenkratzern, Brücken, Felsen und anderen Strukturen wirft. Baumgartner möchte nun sein Schaffen durch einen Sprung aus der Stratosphäre krönen, mit dem er gleich vier Rekorde brechen will.

In einer von einem Heliumballon gezogenen Kapsel will er auf dem höchsten bemannten Ballonflug die Stratosphäre erreichen, aus 36km Höhe den höchsten bisher gewagten Absprung riskieren und im längsten bisher erreichten freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Schneller als der Schall will Baumgartner auf den blauen Planeten zurasen und letztlich mit einem Fallschirm hoffentlich unversehrt die letzten 1500m herabschweben.

Bei dieser wie bei seinen anderen Unternehmungen wird der energiegeladene Tausendsassa von dem bekannten Energiedrinkhersteller Red Bull gesponsert und von einem Expertenteam unterstützt.

  • Noch nie zuvor hat ein Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Man darf gespannt sein, wie sich das anfühlt.

  1. Aus der Stratosphäre springt man natürlich nicht eben mal so nebenbei ab. Seit Jahren arbeiten Baumgartner und ein Team von Wissenschaftlern, Technikern, Medizinern, Flug- und Raumfahrtveteranen an der Planung dieser aufwendigen Mission. 
  2. In Zusammenarbeit mit Herstellern von Raumfahrtausrüstung, mit Luft- und Raumfahrtzentren, deren Windkanäle und Niedrigdruckkammern für Tests und Training genutzt werden konnten, wurde Baumgartners Ausrüstung entwickelt. 
  3. Baumgartner wird in einer druckstabilisierten, mit einer Menge Hochtechnologie ausgerüsteten Kapsel in die Stratosphäre aufsteigen, gezogen von einem gigantischen, fast 200m hohen Heliumballon. Hat er die Starthöhe von 36km erreicht, wird er seinen Sprung antreten. Die Erdanziehung wird ihn, wenn alles läuft wie geplant, auf eine Fallgeschwindigkeit von etwa 400 Meter pro Sekunde bringen. 
  4. Die extremen Temperaturen - bis -70 Grad Celsius - und den sehr niedrigen Luftdruck in der Stratosphäre sowie die Reibungswärme, die beim Rasen durch die Atmosphäre entsteht, überlebt man nur in einer Art Raumanzug, der feuerfest und perfekt isoliert ist und in dessen Innerem ein für den Körper erträglicher Luftdruck aufrechterhalten wird. 
  5. Aus einem Tank atmet Baumgartner während des Sprunges reinen Sauerstoff. Eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv hält seine Reise durch die oberen Luftschichten fest, Messgeräte zeichnen seine Position und seine Körperfunktionen durchgängig auf.
  6. Um nach etwa 5 1/2 Minuten freien Falls schließlich seinen Fallschirm zu öffnen, muss Baumgartner zunächst mit Hilfe eines Schleppschirms seine Geschwindigkeit verringern und wenn nötig seine Lage stabilisieren. Sollte der Hauptschirm versagen, hat er einen Ersatzschirm im Gepäck. 
  7. Zurück auf der Erde werden die gewonnenen Daten Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung leisten und Impulse für die Entwicklung von Rettungsausrüstungen für Raumfahrer und Piloten, möglicherweise auch für die Raumtouristen von morgen liefern.

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