Foto: Alexander Mak /Shutterstock.com

Sotschi 2014: Kritische Stimmen gegen die Veranstaltung?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Sotschi 2014: Kritische Stimmen gegen die Veranstaltung?

Die Olympischen Winterspiele finden 2014 in Sotschi statt. Doch bereits vor Beginn werden zahlreiche kritische Stimmen im Zusammenhang mit den Spielen laut. Besonders die in Russland vorherrschenden politischen Verhältnisse und die klimatischen Bedingungen in der Region von Sotschi sind stets Gegenstand dieser Kritik.

Bitte beachten

  • Olympische Winterspiele in der subtropischen Klimazone
  • Olympische Spiele in Sotschi 2014 verschlingen 50 Milliarden
  • Schlechte Arbeitsbedingungen beim Bau der Olympischen Anlagen

Internationale Kritik

Olympische Winterspiele in der subtropischen Klimazone

Bereits bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi wurde Kritik laut, da sich die Stadt am Schwarzen Meer in der subtropischen Klimazone befindet. Besonders die Sportler befürchten schlechte Schneeverhältnisse durch die vorherrschenden klimatischen Bedingungen, da für fast alle Sportarten gut präparierte Skipisten benötigt werden. Dennoch hofft niemand, dass das auf dem gleichen Breitengrad wie das französische Nizza gelegene Sotschi die benötigte Schneemenge nicht bereitstellen kann oder die Pisten brechen und die Sportler im Schneematsch versinken. Dennoch werden Die Winterspiele von Sotschi 2014 die wohl wärmsten Winterspiele seit dessen Bestehen.

Olympische Spiele in Sotschi 2014 verschlingen 50 Milliarden

Die Olympischen Spiele sollen seitens der Gastgeber stets eindrucksvoller und größer als die vorherigen werden. Doch die neusten Zahlen besagen, dass für die Spiele in Sotschi 2014 über 50 Milliarden ausgegeben werden, das Sechsfache der Ausgaben für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. Sowohl Politiker als auch Sportler kritisieren, dass nicht mehr der Sport im Vordergrund stehe, sondern der Kommerz. So ist es fraglich, warum die Winterspiele in eine Region vergeben wurden, in welcher eine inakzeptable Infrastruktur und fast keinerlei Sportstätten bereits bestehen. Fast alle Sportanlagen, eine Autobahn und eine Bahnstrecke mussten neu errichtet werden, um den Ansprüchen von Olympischen Spielen gerecht zu werden.

Schlechte Arbeitsbedingungen beim Bau der Olympischen Anlagen

Ebenso werden die Arbeitsbedingungen beim Bau der Sportstätten in Sotschi von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder Memorial stark kritisiert. Meist wurden die Gastarbeiter nicht bezahlt oder in seltenen Fällen zumindest in Teilen. Ebenso stand den Arbeitern kein Urlaub zu und es fehlte an medizinischer Betreuung bei Krankheitsfällen. Statt die Arbeiter fair zu entlohnen sollen die Milliarden stattdessen in Organisationen von Bekannten des russischen Präsidenten Wladimir Putin versickert sein.

In Sotchi gibt es keine Homosexuellen?

Nicht nur durch die schlechten Arbeitsbedingungen und den hohen Finanzaufwand steht der russische Präsident in der Kritik. Politiker aus der ganzen Welt haben bereits ihren Besuch bei den Olympischen Spielen in Sotschi abgesagt, um ihre Abneigung gegenüber den vorherrschenden politischen Verhältnissen und der Homophobie in Russland Ausdruck zu verleihen. Die gesetzliche Diskriminierung und Kriminalisierung von Homosexuellen sei nicht im Sinne der Menschenrechte. Selbst Sympathisanten von Homosexuellen würden sich bereits strafbar machen. Um Sotschi als linientreue Stadt zu präsentieren, sagte Sotschis Bürgermeister Anatolij Pachomow, dass es keine Homosexuellen in Sotschi gäbe. Dies ist jedoch insofern verwunderlich, da die Stadt immer schon sehr beliebt bei Homosexuellen war und es eine bekannte Travestiebar und Homosexuellen-Clubs in der Stadt gibt. Diese Missachtung der Menschenrechte ist wohl die größte Kritik an den Olympischen Winterspielen von Sotschi 2014.

 

Weitere Beiträge zum Thema:

Kommentare