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Überschall im freien Fall - Die Risiken beim "Red Bull Stratos" Projekt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Doch das drei Jahre lang geplante Vorhaben birgt mehrere unkalkulierbare Risiken.

Beim Red Bull Stratos Projekt möchte der für seine waghalsigen Aktionen bekannte Base-Jumper Felix Baumgartner aus einer in 36 Kilometern Höhe kreisenden Raumkapsel springen und anschließend als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Doch das drei Jahre lang geplante Vorhaben birgt mehrere unkalkulierbare Risiken.

Die größten Gefahren der Mission

  • Dass Baumgartner nach 30 Sekunden überhaupt die benötigte Geschwindigkeit von 1100 Kilometern pro Stunde erreichen kann, liegt an dem geringen Luftwiderstand in 36000 Kilometern Höhe. Welche Auswirkungen das Durchbrechen der Schallmauer auf den menschlichen Körper hat, kann wegen der Erstmaligkeit des Vorgangs niemand genau sagen. Bei Vorgängen mit Überschalljets bilden sich jedenfalls enorme Stoßwellen. 
  • Definitiv lebensgefährlich für den Salzburger Extremsportler ist der niedrige Luftdruck in so großer Höhe. Bei normaler Körpertemperatur würde unter diesen Bedingungen das Blut zu kochen anfangen. Hinzu kommen starke Temperaturschwankungen innerhalb der Stratosphäre mit Kältespitzen von bis zu -70 Grad Celsius. Raumfahrtexperten haben aus diesem Grund einen speziellen Anzug für Baumgartners Sprung entwickelt und in simulierter Umgebung getestet. 
  • Selbst wenn Baumgartner durch die besondere Ausstattung des Raumanzuges ausreichend geschützt sein sollte, ist er durch ihn in seiner Bewegungsfreiheit und in seinem Gesichtsfeld stark eingeschränkt. Um nicht erst beim Rekordvorhaben selbst mit diesen Bedingungen konfrontiert zu sein, hat er sich mit Bungee-Sprüngen in voller Ausstattung ausgiebig darauf vorbereitet.
  • Ein weiteres Risiko des Red Bull Stratos Projektes besteht darin, dass der von Baumgartner bei niedrigem Atmosphärendruck ausgeatmete Stickstoff im Blut zur Bildung gefährlicher Gasbläschen führen könnte. Um dies zu verhindern, wird der erfahrene Skydiver vor seinem Absprung zwei Stunden lang reinen Sauerstoff einatmen. 
  • Besonders heikel wird der Moment des Absprungs. Wegen des geringen Luftwiderstandes kann Baumgartner unkontrollierbar in Rotation kommen und das Bewusstsein verlieren. In diesem Zustand wären extrem hohe Rotationsgeschwindigkeiten tödlich.

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