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Was versteht man unter "Detraining"?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Den Begriff "Detraining" verwenden sowohl Sportler als auch Mediziner.
Er steht immer in Zusammenhang mit dem deutschen Begriff "zurück" oder "runter" und bezeichnet einen Rückgang. In der Regel ist damit entweder das Zurückschalten von kurzfristigen sportlichen Höchstleistungen auf die normale Betriebstemperatur des Körpers - auch cool down genannt - oder auch ein längerfristiger Prozess gemeint, wenn zum Beispiel Leistungssportler nach ihrer Karriere zu den Alltagsanforderungen zurückkehren müssen.

Ist die Karriere des Sportlers beendet, drohen ein körperlich problematischer Muskelabbau und gefährliche Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems, das mit der plötzlichen Unterforderung nicht zurechtkommt. Daher wird er ein Training fortführen, das immer weiter reduziert wird. 

Von Detraining wird ebenso gesprochen, wenn der Körper wichtige Muskelmasse oder sein Leistungspotenzial aufgrund von Nicht-Training verliert. Was bei Leistungssportlern nach der aktiven Zeit durchaus sinnvoll ist, kann bei Otto Normalverbraucher schnell verheerende Folgen haben, denn bekanntlich altert jeder Mensch ab 20 Jahren rapide und baut spätestens ab 30 die ersten Muskeln wieder ab

  1. Während das Training den Körper mit voller Kraft fordert, sorgt das Detraining für die Reduzierung der hohen Anspannung auf ein Normalmaß. Der Organismus muss aus dem erregten Zustand in sein normales Gleichgewicht gebracht werden. Das ist auf allen sportlichen Gebieten möglich. Dazu zwei Beispiele:
  2. Nicht nur sehr ambitionierte Jogger sollten daher nach einem langen Lauf nicht noch zusätzlich einen Spurt hinlegen und sich anschließend in den nächstbesten Sessel fallen lassen, sondern erst einmal eine Weile ruhig auslaufen. Langsamer werden, vielleicht sogar die letzten Meter gehen ist angesagt, danach ein ausgiebiges Dehnen.
  3. Schwimmsportler wissen, dass sie sich vor einem Wettkampf nicht nur einschwimmen, sondern anschließend auch eine gewisse Zeit ausschwimmen müssen. Sollten die Muskeln vor Wettkampfbeginn aufgewärmt werden, muss der Körper anschließend die Muskelanspannung wieder loswerden, allerdings darf das nicht abrupt geschehen.

 

  • In der Medizin wird mit dem Begriff 'Detraining' etwas ganz Ähnliches angezeigt. 
  • Hier steht die Abkürzung Detraining für "Biomentales Dekonditionierungstraining", mit dem beispielsweise Störungen wie Tinnitus behandelt werden. 
  • Der Patient arbeitet auf mentalem Wege und unter Anleitung daran, seine biologische Dysfunktion zu beseitigen. Das lässt sich auch sehr gut zu Hause durchführen.

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