Foto: Shutterstock.com

Wie lange dauert Muskelaufbau? - Die wichtigsten Fakten

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Der Muskelaufbau hängt von vielen Faktoren ab.

Um die Frage nach der Dauer des Muskelaufbaus zu klären müssen zunächst einige Grundbegriffe zum Verständnis geklärt werden. Muskelzellen der humanen Skelettmuskulatur werden aufgrund ihrer Morphologie auch Muskelfasern genannt. Im Vergleich zu Zellen der meisten anderen Gewebe des Menschen sind Muskelzellen nicht in der Lage sich zu Teilen. Ein Wachstum des Muskels (Muskelaufbau) geschieht also lediglich durch ein Dickenwachstum, die so genannte Hypertrophie, der jeweiligen Skelettmuskelzellen.

Ein Muskel stellt für den Menschen aktives Gewebe dar, welches einen erhöhten Energieumsatz bedingt. Insofern wird sich der Muskel an die jeweiligen erforderlichen Gegebenheiten anpassen. Wird ein Muskel, z.B. durch starkes Training wiederholt beansprucht, bewirkt dies mikroskopische Verletzungen in der Muskelzelle. Es entsteht ein Wachstumsreiz, wodurch bei der Reparatur der muskulären Proteine ein Dickenwachstum einsetzt, um den gestiegenen Anforderungen an den Muskel gerecht zu werden.

Muskelaufbau, kann also vereinfacht als die Summe aller Wachstumsvorgänge der gesamten Skelettmuskulatur und somit auf die muskuläre Proteinsynthese betrachtet werden.

Muskelaufbau

Die Frage nach der Dauer des Muskelaufbaus lässt sich nicht pauschalisiert beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Beispiele:

  • Individuelle genetische Voraussetzungen: Die Schnelligkeit der Wachstumsprozesse hängt u.a. von der individuellen Proteinsyntheserate ab, die nicht unwesentlich von der genetischen Ausstattung der jeweiligen Person beeinflusst wird
  • Ernährung: Da Muskeln zum großen Teil aus Proteinen bestehen, ist eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß aus der Ernährung ein limitierender Faktor für den Muskelaufbau. Wichtig sind hierbei vor allem verzweigtkettige Aminosäuren, welche vermehrt im Muskel auftreten
  • Hormonelles Umfeld: Wie viele Wachstumsprozesse ist auch das Skelettmuskelwachstum von zahlreichen hormonellen Faktoren abhängig. Eine zentrale Rolle spielen hierbei auch Sexualhormone wie das Testosteron, ein körpereigenes Steroidhormon, welches vor allem Männer, aber auch Frauen in wesentlich geringerem Maße bilden. Die Rolle der Steroidhormone erklärt auch die missbräuchliche Verwendung von Steroiden als „Anabolika“ im Bodybuilding-Sport. Daneben spielen zahlreiche weitere Hormone unter anderem Insulin und insulinähnliche Wachstumsfaktoren eine Rolle
  • Beanspruchung und Regeneration: Nur ein gereizter und beanspruchter Muskel (durch körperliches Training) wird wachsen, da er einen Reiz erhält. Ebenso beobachtet man beispielsweise bei lange bewegungseigeschränkten Personen eine Rückbildung der Muskulatur. Gleichzeitig benötigt ein Muskel nach Beanspruchung Regenerationsphasen, um überhaupt wachsen zu können.
  • Allgemeine Dauer: Aufgrund der obigen Ausführungen erscheint es logisch, dass eine pauschale Beantwortung der Frage wenig Sinn ergibt. Im Bereich des Kraftsports, welcher unter anderem Muskelaufbau zum Ziel hat, gilt ein Wert von ca. 2kg reiner Muskelmasse pro Jahr als ein Richtwert, für Muskelwachstum unter optimalen Bedingungen. Damit ist das Muskelwachstum als ein eher langsamer, kontinuierlicher Prozess zu betrachten. 

Kommentare