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5 Mythen zu Allergien, die einfach nicht stimmen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Vor allem im Frühjahr sind Allergien häufig im Gespräch, schließlich leiden zwölf Millionen Deutsche an Heuschnupfen.
Über das Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiten sich jedoch die verschiedensten Lügen, die keine wissenschaftliche Grundlage haben oder sogar schon widerlegt wurden.

Short Facts

  • Allergien gibt es, solange es Menschen gibt.
  • Sie können sich bei Menschen jeden Alters neu entwickeln.
  • Das Spielen im Dreck beugt der Allergiebildung nicht vor.
  • Es ist nicht möglich, einen Allergiker vollständig zu heilen.
  • Durch psychische Beschwerden kann die Anfälligkeit für eine Allergie gesteigert werden.

Mythos 1: Allergien gibt es erst seit der Neuzeit

Dieser Mythos wurde schon längst widerlegt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass schon die Perser über Symptome klagten, die dem heutigen Heuschnupfen ähneln. Es entspricht jedoch den Fakten, dass die Anzahl der Allergiker in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen ist. Als Grund hierfür wird vermutet, dass die steigende Allergikerzahl mit den höheren Hygienestandards unserer Gesellschaft zusammenhängt.

Mythos 2: Allergien sind ein Leiden für jüngere Menschen

Diese Aussage ist ebenfalls unwahr. Eine Allergie kann bei Menschen jeden Alters auftreten, auch wenn sie häufig schon im Kindesalter in Erscheinung tritt. Das Erwachsenwerden schützt somit nicht vor der Erkrankung, selbst Menschen im Seniorenalter können noch neu an Heuschnupfen erkranken.

Mythos 3: Im Dreck spielen beugt einer Allergiebildung vor

Seit Jahren ist der Mythos verbreitet, dass Kindern, die viel im Dreck gespielt haben, seltener erkranken. Belegt ist aber nur, dass Kinder, die im Kontakt zu Nutztieren stehen, ein geringeres Allergierisiko haben. Da es aber wissenschaftlich unklar ist, wann sich das Immunsystem gegen bestimmte Allergene auflehnt, hilft das Spielen im Dreck den Kindern, die in der Stadt aufwachsen, nicht gegen die Erkrankung.

Mythos 4: Allergien sind heilbar

Da die Gene über den Ausbruch und die Art der Allergie entscheiden, lässt sich diese nicht vollständig heilen. Die Symptome verringern sich, wenn das auslösende Allergen gemieden wird. Vielen Allergikern kann darüber hinaus die Hyposensibilisierung helfen, die die Beschwerden lindert oder vollständig beseitigt. Nach einiger Zeit kann sich die Allergie jedoch erneut ausbilden.

Mythos 5: Allergien sind ein rein körperliches Phänomen.

Auch diese Aussage gehört zu den Vorurteilen was diese Erkrankung betrifft. Durch das fehlerhafte Verhalten des Immunsystems werden die Symptome einer Allergie ausgelöst. Das Nervensystem nimmt dabei aber Einfluss auf die Arbeit des Immunsystems. Allergiker, denen es psychisch schlecht geht, klagen häufig über verstärkte Allergie-Symptome. So können Stress oder andere psychische Beschwerden die Anfälligkeit für Allergien steigern.

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