Foto: Shutterstock.com

Akrozyanose: Anzeichen und Therapie

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Akrozyanose ist eine charakteristische Blauverfärbung der Körperenden, der sogenannten Akren
Diese Blauverfärbung ist eines der deutlichsten Anzeichen der Akrozyanose, die sich meist an den Fingern, den Zehen, der Nase oder den Ohren manifestiert und die zumeist bei jungen Frauen auftritt.

Symptome

Zu den weiteren Anzeichen der Krankheit zählt die typische kalte und feuchte Haut der Patienten, ferner werden teigige Schwellungen beobachtet sowie sogenannte Parästhesien, Empfindungen eines deutlichen, jedoch nicht schmerzhaften Kribbelns in den betroffenen Regionen des Körpers. Häufig lassen sich die charakteristischen Blauverfärbungen der Akrozyanose mit dem Finger wegdrücken. Allerdings kehren sie sofort zurück, sobald die betroffenen Körperstellen los gelassen werden. Typischerweise tritt die Akrozyanose meist bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius auf. Akrozyanosen treten jedoch auch als Begleiterscheinungen bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Erkrankungen der Lunge, bei Gefäßentzündungen (Kryoglobulinämie) und bei nervlich bedingter Appetitlosigkeit und Magersucht (Anorexia Nervosa) auf.

Ursachen

Es handelt sich grundlegend um eine Störung der Temperaturadaptionsfähigkeit. Häufig ist zu beobachten, dass es innerhalb von Familien ein charakteristisches Auftreten der Erkrankung geben kann. Die Ursachen sind jedoch weitgehend unbekannt. Verschiedene Mediziner vertreten die Ansicht, dass es sich bei der Akrozyanose um eine harmlose Störung im jugendlichen Alter vieler Frauen handeln würde, da diese in der Mehrzahl der Fälle mit dem dritten oder vierten Lebensjahr plötzlich und auch ohne Behandlung von selbst wieder verschwindet. Mitunter kommt es jedoch, auch, sofern die Erscheinungen jahrelang nicht mehr nachweisbar waren, zu deren erneutem und plötzlichem Auftreten nach der Menopause. Jedoch gilt die Akrozyanose, solange sie bei den betreffenden Personen auftritt, als ein begünstigender Faktor für zahlreiche weitere Erkrankungen wie beispielsweise Perniosis (Frostbeulen), Viruswarzen (Verrucae vulgares), Pilzinfektionen der Haut, der Haare und der Nägel sowie Hefepilz-Erkrankungen. Insbesondere lässt sich demnach ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Störung und dem Auftreten weiterer und unter Umständen sogar schwerer Hauterkrankungen und Infektionen nachweisen. Stets ist das Auftreten der Störung jedoch anfallsweise. Es tritt plötzlich und ohne eindeutig erkennbare Ursache auf und bleibt für mehrere Minuten oder aber sogar Stunden bestehen, um dann ebenso plötzlich wieder abzuklingen.

Therapie

Die Maßnahmen der Therapie sind umstritten. Als Therapie empfohlen werden jedoch Maßnahmen des strikten Kälteschutzes und das physikalische Training der Gefäße durch beispielsweise Wechselbäder, Saunabesuche, Massagen und sportliche Betätigung. In der Regel wird strikte Nikotinabstinenz verordnet, da das Nikotin im Organismus gefäßverengend wirkt. Oft wird auch eine hyperämisierende Substanz, beispielsweise Salbe, verordnet, die Nikotinsäurederivate enthält. Im Rahmen des Kälteschutzes wird besonders das Tragen warmer Wollsocken und Handschuhe empfohlen.

Kommentare