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Letztes Update am 11.03.2015, 16:12
Vermeintliche „Wundermittel“ locken verzweifelte Eltern von neurodermitiskranken Kindern.

Neurodermitis gehört mittlerweile zu den häufigsten Hauterkrankungen der Welt, vor allem Kinder sind betroffen. Um eine möglichst effektive Behandlung zu garantieren, muss unbedingt ein Facharzt aufgesucht werden.

 

„Es ist einfach furchtbar. Sie hat momentan Ausschläge am ganzen Körper und wenn sie sich kratzen will, muss ich sie davon abhalten. Dann weint sie bitterlich“, beschreibt die Niederösterreicherin Iris T. den Gesundheitszustand ihrer einjährigen Tochter Nora. Kurz nach ihrer Geburt entwickelten sich die ersten Ekzeme, österreichweit ist das bei 50 Prozent der Neurodermitis-Betroffenen der Fall, bei 85 Prozent entsteht die Krankheit im Laufe der ersten fünf Lebensjahre.

Vorsicht vor „Dr. Google“

Wird dem eigenen Kind eine Neurodermitis-Diagnose gestellt, löst das oftmals blanke Ohnmacht bei den Eltern aus. Margarete Cox, Leiterin der National Eczema Society in Großbritannien weiß von deren Verzweiflung: „Ihrem Kind zuzusehen, wie es sich vor lauter Juckreiz blutig kratzt, ist schrecklich. Eltern fühlen sich dann machtlos und alleine.“ Weil jeder Betroffene auf andere Behandlungsmethoden anspricht, sind diese vielfältig vorhanden, Eltern werden dadurch schnell überfordert. Aus dem Impuls heraus, möglichst schnell eine Schmerzlinderung für ihre Kinder herbeizuführen, neigen Eltern laut Apothekerkammer dazu, vermeintlichen Wundermitteln aus dem Internet Glauben zu schenken. Diese falschen Versprechungen führen aber oftmals zum genauen Gegenteil dessen, was man sich erhofft hatte und verschlimmern den Gesundheitszustand sogar noch.

Professionelle Hilfe

Vor allem im ersten Lebensjahr des Kindes ist durch die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen hierzulande eine regelmäßige und enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem behandelndem Kinderarzt möglich. Sollten sich in dieser Zeit noch keine auffälligen Hautausschläge gebildet haben, können - anstelle der Internetrecherche – auch Apotheker mit fundiertem Wissen über Behandlungsmethoden helfen: „Wir sehen die Eltern regelmäßig und wissen in vielen Fällen auch, wer in der Familie welche Krankheiten hat und möglicherweise eine Dauertherapie benötigt“, meint Max Wellan, Vizepräsident der Wiener Apothekerkammer. Im Zuge einer Neurodermitis-Basistherapie können die Apotheker eine Vielzahl unterschiedlicher Präparate zur Verfügung stellen und werden damit auch bei der Neurodermitis zur wichtigen Anlauf- und Beratungsstelle im Krankheitsfall.

Angesichts des enormen Juckreizes, den viele Kleinkinder bei einer Neurodermitis-Erkrankung ertragen müssen, ist es nur verständlich, dass sich Eltern alle Möglichkeiten zur Heilung ihres Kindes offen halten wollen. Letztendlich können aber nur Ärzte und Apotheker die geeigneten Salben und Cremes empfehlen.

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