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Blutbild Werte deuten? - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:19
Was bedeuten diese Hieroglyphen und Abkürzungen? Und überhaupt, was ist ein Blutbild?

Wenn Ärzte und Laboranten Blutbild Werte deuten und sie anschließend für uns analysieren erscheint es als würden alle eine andere Sprache sprechen. Was bedeuten diese Hieroglyphen und Abkürzungen? Und überhaupt, was ist ein Blutbild?

Damit man deine Blutbild Werte deuten kann muss eine Untersuchung stattfinden, die mikroskopisch und photometrisch durchgeführt wird und die uns über die Mengen bestimmter Zellen im Blut aufklärt. Wenn der Arzt diese Anteile sieht entsteht für ihn ein Bild, das sogenannte Blutbild des Patienten.

Die wichtigsten Zellen, um deine Blutbild Werte deuten zu können sind

Erythrozyten oder auch rote Blutkörperchen. Diese Körperchen sind für den Sauerstofftransport von der Lunge ins Gewebe bzw. den Abtransport von Kohlendioxid zurück zur Lunge zuständig. Die Messung der Blutzellen im Labor erledigen vollautomatische Zellzählanalysegeräte. Diese ermitteln nicht nur die Anzahl der wichtigen Zellen, sondern auch Veränderungen der Größe, Farbe und Form. Wenn Du eine Frau im Alter von 18-99 Jahre bist sollte deine Erythrozytenzahl im EDTA-Blut bei 4,1 - 5,1 x 106 pro Mikroliter liegen. Als Mann solltest Du einen Wert von 4,5 - 5,9 x 106 / Mikroliter haben.

Leukozyten oder weiße Blutkörperchen sind die kleinen, effizienten „Kämpfer“ gegen Krankheitserreger. Damit der Trupp optimal funktioniert ist eine bestimmte Aufteilung der „Posten“ notwendig. In Prozent ausgedrückt sollte die Zusammenstellung wie folgt aussehen: Neutrophile Granulozyten 50 bis 80 Prozent, Eosinophile Granulozyten 2 bis 4 Prozent, Basophile Granulozyten 0,5 bis 1 Prozent, Monozyten 2 bis 8 Prozent und Lymphozyten 25 bis 40 Prozent.

Thrombozyten oder Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung oder anders gesagt, dass sich bei Verletzungen ein Pfropf an der verletzten Stelle bildet, der die betroffenen Gefäße „zuklebt“. Bei der Überprüfung von Thrombozyten geht es vor allem um ihre Funktion, die anhand der Blutungszeit getestet wird.

Retikulozyten sind die Vorstufe zu den roten Blutkörperchen. Mit einer speziellen Färbemethode, ist es möglich die Retikulozyten von den Erythrozyten zu unterscheiden und sie zu zählen. Die Zahl der Retikulozyten/100 Erythrozyten hilft uns etwas über die Aktivität im Knochenmark zu erfahren, Anämietypen zu unterscheiden, Vitamin- oder Eisenmängel festzustellen und die Erythrozytenreifung nach einer Knochenmarktransplantation abzuklären. Bist du ein gesundender Erwachsener solltest Du eine relative Anzahl von 0,5 - 2,0% Retikulozyten/100 Erythrozyten vorweisen können.

Um Blutbild Werte deuten zu können muss der Arzt feststellen ob Du ausreichend vom roten Farbstoff Hämoglobin hast, wie hoch der Anteil der zellulären Bestandteile am Blutvolumen, den Hämatokrit ist, wie der Färbekoeffizient (der mittlere korpuskuläre Hämoglobingehalt MCH; HbE) aussieht und wie es um die Parameter MCHC, MCV und RDW, die den Zustand der roten Blutkörperchen in Bezug zum Hämoglobin beschreiben, steht.

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