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Die Nebenwirkungen von Kieselerde-Kapseln

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Die Einnahme von Kieselerde soll angeblich Nägel, Haare und die Haut gepflegter und jünger werden lassen.
Doch sollte man Vorsicht mit Kieselerde walten lassen. Es wird über die Unwirksamkeit von Kieselerde spekuliert und einige Anbieter verkaufen sogar Präparate mit schädlichen Nebenwirkungen. Eigentlich sollte Kieselerde aus gemahlenen, fossilen Algen bestehen, welche in Kieselerde-Tabletten oder Kieselerde-Kapseln vertrieben werden.

Bitte beachten

  • Kieselerde soll Nägel, Haare und die Haut gepflegter und jünger werden lassen und besteht im Normalfall aus gemahlenen, fossilen Algen.
  • Es sind schädliche Präparate aufgefallen, welche Nierenschäden als Nebenwirkungen bewirken können. Betroffene Hersteller sind Taxofit, Flügge und Abtei.
  • Langjährige Erfahrung und Tradition sollen für die Kieselerde sprechen.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet die Wirkungsversprechen für Kieselerde als "nicht hinreichend gesichert". Der Bremer Pharmakologe Gerd Glaeske ist der Meinung, dass Verbrauchertäuschung vorliegt.

Der Skandal um die Inhaltsstoffe und Nebenwirkung sogenannter Kieselerde einiger Hersteller

In den Kieselerde-Präparaten von Abtei, Flügge und Taxofit wurden erst kürzlich Inhaltsstoffe festgestellt, welche nichts mit Kieselerde zu tun haben und sogar schädlich sind. Die Inhaltsstoffe sind offensichtlich eingesetzt worden, weil die Firmen sparen wollten. Auf Kosten der Anwender. Denn die festgestellten Inhaltsstoffe Quarz und Cristobalit sind für ihre, schädlichen Nebenwirkungen bekannt. Nimmt man diese Produkte, über längeren Zeitraum und hochdosiert zu sich, so können Nierenschäden entstehen. 

Vermeintliche Unwirksamkeit von Kieselerde

Wenn man keine der Präparate mit schädigender Wirkung verwendet, so ist laut dem Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske Kieselerde ohne therapeutische Wirkung.
Kieselerde sei lediglich ein Produkt mit einem Placebo-Effekt. Die psychologische Schädlichkeit von Placebos ist bekannt. Wenn die Anwender herausfinden, dass sie lediglich Placebos einnehmen und diese zu wirken scheinen, dann ist ihr Vertrauen zu Medizinern tief erschüttert. Sie denken bei vielen seriösen Präparaten, dass sie lediglich "Zuckerkapseln" einnehmen. Doch die Herstellerseite wirbt mit der langjährigen Tradition von Kieselerde. 

Verbot der schädlichen Präparate, könnte eventuell Abhilfe schaffen

Die meisten Experten sind der Meinung, dass alle Präparate, welche keine reine Kieselerde
enthalten, vom Markt genommen werden sollten. Doch zeigen sich die Verbraucherschutz-Zentren als einsichtslos. Entweder antworten sie nicht oder es wird mit der Zulassung von 
Quarz und Cristobalit in Nahrungsergänzungsmitteln argumentiert. Der Hersteller Taxofit reagiert dagegen vorbildlich. Taxofit hat die Kieselerde aus eigener Entscheidung umgehend aus ihrem Sortiment entfernt und argumentierte damit, dass ihr Produkt verboten worden wäre. Andere Hersteller reagierten nicht derartig musterhaft. Abtei argumentierte mit den "definierten Qualitätsanforderungen und der regelmäßigen Überwachung durch die zuständigen Behörden" und Flügge argumentiert damit, dass ihr Produkt die strengen Arzneimittelvorgaben erfüllt und rechtlich geprüft als Arzneimittel im Verkehr ist.
Der Pharmakologe Professor Glaeske findet, dass es Verbrauchertäuschung ist, diese Arzneimittel zu vertreiben und möchte erreichen, dass die Überwachungsbehörden es vom Markt nehmen sollen.

Schlusswort

Im Schlusswort kann man sagen, dass man im Endeffekt selbst wissen muss, ob man Kieselerde einnehmen möchte. Wenn man sich dafür entscheidet, so sollte man allerdings zumindest auf die Reinheit des Arzneimittels achten. Die Erwartungen von Kieselerde-Kapseln und Kieselerde-Tabletten, sollten lieber gering gehalten werden, um Enttäuschungen vorzubeugen und ein oder besser mehrere Arzt-Besuche, während der Anwendung, können nicht schaden.

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