Foto: Shutterstock.com

Erfolgsquoten der Lichttherapie bei Winterdepression?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Die Winterdepression auch als SAD (Seasonal Affective Disorder) bezeichnet, tritt wie der Name schon sagt, im Winter und auch schon im Spätherbst auf...

Die Winterdepression auch als SAD (Seasonal Affective Disorder) bezeichnet, tritt wie der Name schon sagt, im Winter und auch schon im Spätherbst auf und vergeht im Frühjahr meistens von selbst wieder. Betroffene klagen über Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Mangel an Energie. Geschätzte 10 Prozent aller Ost-und Mitteleuropäer leiden darunter, es gibt mildere und stärkere Verlaufsformen, Frauen sind häufiger als Männer betroffen, jüngere Menschen stärker als ältere. 

Wie entsteht die Winterdepression?

  • Die Ursache ist noch nicht völlig erforscht. Man nimmt aber als gesichert an, dass das geringere natürliche Tageslicht in der dunklen Jahreszeit die Ursache der Erkrankung ist. Der Mangel an dem Neurotransmitter Serotonin gehört zu den Auslösern von SAD. Auch das Melatonin ist ein Auslöser. Trifft weniger Tageslicht auf die Netzhaut der Augen, produziert die Zirbeldrüse mehr von diesem Hormon, das den Schlaf-Wachrhythmus reguliert. Die innere Uhr gerät aus dem Gleichgewicht, der Mensch wird müde und schlapp. 

Was hilft bei Winterdepression?

  • Bei immerhin etwa der Hälfte aller Betroffenen hilft eine Lichttherapie bei Winterdepression sehr. Dabei soll der Proband mindestens zwei bis drei Wochen lang je eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang vor einer speziellen Tageslichtlampe sitzen, die mindestens 2500 Lux Helligkeit (besser sind 5000 bis 10000)) haben muss. Die Entfernung von den Augen zur Lampe sollte ca.60 cm betragen. Solche Lampen sind im Fachhandel und im Internet in großer Auswahl erhältlich. Sie verlängern den Tag künstlich und führen zu einem optimaleren Verhältnis von Helligkeit und Dunkelheit. Gegebenenfalls lässt sich die Prozedur natürlich auch wiederholen. Trotzdem hilft die Lichttherapie bei Winterdepression aber nicht allen Patienten ausreichend. In diesen Fällen sind natürliche Arzneimittel wie Johanneskraut oder Medikamente, die die Serotonin/Melatonin-Ausschüttung beeinflussen, angebracht. Bei leichten Formen können auch schon flotte Spaziergänge an der frischen Luft, Sport und vitaminreiche Ernährung ein bisschen helfen. Außerdem sollte wirklich jeder winterliche Sonnenstrahl ausgenutzt werden. Schließlich liefert ein Sonnentag im Winter im Vergleich zur Lichttherapie bei Winterdepression mindestens die zehnfache Helligkeitsstärke.

Weitere Links zu diesem Thema:

Kommentare