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Letztes Update am 11.03.2015, 16:17
Um ihrem Kind zu helfen starten Eltern oft auf eigene Faust riskante Nahrungsumstellungen.

Die Zahl der Neurodermitis-Betroffenen steigt weltweit. Die Suche nach Mittel zur Symptomlinderung der unheilbaren Krankheit schreitet ebenso rasch voran. Keine scharfen Gewürze oder Zitrusfrüchte, keine Kuhmilch, keine Hühnereier, Nüsse oder Fisch – die Mythen rund um die „richtige“ Ernährung bei einer Neurodermitis-Erkrankung reichen weit. Kein Wunder, denn nicht selten ist Betroffenen beinahe jedes Mittel recht, um die juckenden Ausschläge irgendwie erträglich zu machen. Problematisch ist hierbei aber, dass ein Großteil der Ernährungsumstellungen auf eigene Faust geschieht.

Gefürchtete Krankheit Neurodermitis

Laut der Online-Plattform Statista liegt Neurodermitis nach ADHS, Asthma und Diabetes an vierter Stelle jener Krankheiten, vor der werdende Eltern Angst haben, dass ihr eigenes Kind davon betroffen sein wird. Entsprechend verzweifelt sind sie oftmals, wenn die Diagnose tatsächlich gestellt wird und machen sich auf die Suche nach Heilmitteln, die ihren Kindern Linderung versprechen. Eine Ernährungsumstellung erscheint hier oftmals plausibel, doch diese kann bei Kindern - noch schneller als es bei Erwachsenen der Fall ist - großen Schaden verursachen. „Sie probieren alles Mögliche aus, um ihren Kindern zu helfen. Schwere Mangelernährungszustände aufgrund von Diäten im Selbstversuch sind nicht selten“, konstatiert Isidor Huttegger von der Salzburger Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Dabei sind diese gefährlichen Experimente gar nicht notwendig, denn: „Es gibt keine generelle Neurodermitis-Diät“, weiß Huttegger.

Allergietest beim Arzt

Neurodermitis selbst wird nämlich nicht durch die Ernährung ausgelöst, selbst wenn im Einzelfall zusätzlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit besteht. Besteht der Verdacht, dass der kleine Patient auf bestimmte Lebensmittel mit neuen Ausschlagschüben reagiert, ist es zunächst hilfreich, ein Tagebuch über das genaue Auftreten der Ekzeme zu führen. Lässt sich ein Zusammenhang mit bestimmten Mahlzeiten erkennen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zuverlässige Testungen zur Ermittlung von Nahrungsmittelallergien können nämlich ausschließlich unter erfahrener ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Trotzdem gilt: In den meisten Fällen wird Neurodermitis nicht durch die Ernährung ausgelöst. Vielmehr kommt kleinen Patienten eine kindgerechte Ernährung zugute, Verbote bei der Essensauswahl erhöhen den Leidensdruck oft unnötig.

 

Um die Symptome der Hautkrankheit zu lindern und ihrem Kind das Leben zu erleichtern, sollte man also speziell als Elternteil keine riskanten Versuche wagen. Therapiemaßnahmen in Form von Creme-Kuren beruhigen die Ausschläge nachweislich, Ärzte bieten hierzulande außerdem eigens Neurodermitis-Schulungen für Elternteile an.