Foto: Shutterstock.com

Erste Hilfe bei Verbrennungen?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:48
Eine Verbrennung ist ein Gewebeschaden durch direkten Kontakt mit heißen Gegenständen oder Feuer.
Bei Verletzungen durch heiße Flüssigkeiten oder Wasserdampf spricht man von Verbrühung.

Wichtig für die Einschätzung der Schwere der Verbrennung ist die lokale Reaktion. Diese wird in unterschiedliche Grade eingeteilt:

  • 1.Grad: Schädigung der Oberhaut, erkennbar durch eine starke Rötung mit Schmerzen und einhergehender Schwellung.
  • 2.Grad: Zusätzlich Blasenbildung (Brandblasen) mit starken Schmerzen. 
  • 3. Grad: Zerstörung der Haut , kaum Schmerzen, da auch die Nervenenden in der Haut zerstört werden.

  • Zur Einschätzung der Ausdehnung der Verbrennung hilft die Neunerregel. Beim Erwachsenen heißt das: Arm und Kopf je 9%, Beine Oberkörper vorn und hinten je 18%. Die Handfläche der betroffenen Person entspricht ca. 1% der Körperoberfläche.
  • Sind 9% und mehr der Körperoberfläche von einer Verbrennung betroffen, ist ein Arzt zu alarmieren. Bei 18% droht ein Schock.

  1. Bei kleineren Verbrennungen hilft Kühlen unter fließend kaltem Wasser. Auch Auflegen von kalten Kompressen bringt Linderung, nur müssen diese regelmäßig ausgetauscht werden, da sie sich schnell erwärmen und dann keinen Effekt mehr haben. Man kühlt so lange, bis der Schmerz dauerhaft nachlässt. Bei Sonnenbrand verspricht eine Quarkauflage Linderung.
  2. Brennt die Kleidung eines Menschen, muss diese als erstes gelöscht werden. Oft rennt der Betroffene jedoch panisch weg, dann muss man unter Beachtung des Eigenschutzes versuchen, diesen zu Fall zu bringen um dann die Flammen mit einer Decke zu ersticken oder die betroffene Person über den Boden zu rollen.
  3. Die betroffenen Körperstellen werden mit kühlem Wasser übergossen oder falls möglich die Person unter die lauwarme Dusche gestellt. Eingebrannte Kleidung wird nicht entfernt, wenn sie mit der Wunde verklebt. 
  4. Nach der Kühlung werden die verbrannten Hautareale mit sterilen Kompressen abgedeckt. Die betroffene Person sollte bequem gelagert werden und beruhigend angesprochen werden bis der Notarzt eintrifft, bei großflächigeren Wunden ist eine Schocklagerung notwendig.
  5. Salben und Puder dürfen bei Verbrennungen 2. +3. Grades keinesfalls verwendet werden. Sie bewirken einen Hitzestau in der Haut und verschlimmern so die Wundsituation und auch die Schmerzen.
  6. Die regelmäßige Auffrischung eines Erste-Hilfe-Kurses schafft Sicherheit im Umgang mit den Maßnahmen, der Helfer straht dann Ruhe aus, die sich auf den Betroffenen überträgt.


Die wichtigsten Schritte zusammengefasst:

  • die Ursache beseitigen
  • je nach Ausdehnung Notarzt verständigen
  • kühlen, kühlen, kühlen
  • Wunden steril abdecken
  • Betroffene beruhigen und nicht allein lassen

Kommentare