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Guillain-Barré-Syndrom - Was ist das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:03
Normalerweise ist Dein Immunsystem eine perfekte Kampfmaschine.
Dringen Erreger oder Fremdproteine in Deinen Körper ein, werden sie von Deinen Immunzellen erkannt, als Feinde markiert und entweder direkt von Deinen Makrophagen gefressen oder aber später über die Vermittlung durch Lymphozyten mit konsekutiver Antikörperbildung neutralisiert. Gelegentlich spielt die Körperabwehr jedoch verrückt und greift körpereigenes Gewebe an. Dabei wird Dein Gewebe fälschlich für einen Eindringling gehalten, weil es an manchen molekularen Strukturen Bakterien oder Viren gleicht.

  1. Spielt sich eine solche Autoimmun-Reaktion an der Myelinschicht Deiner Nervenzellen ab, kann es zum Guillain-Barré-Syndrom kommen. Deine Nervenzellen können dann Reize nicht mehr korrekt weiterleiten. 
  2. Es kann zu Gefühlsstörungen in den Gliedern mit Taubheit oder Kribbeln, Muskelschwäche bis hin zu Schluckstörungen und Ateminsuffizienz kommen. 
  3. Charakteristisch ist der Beginn der Muskelschwäche in den Beinen. Das Guillain-Barré-Syndrom ist assoziert mit einer vorausgehenden Infektion durch das Darm-Bakterium Campylobacter jejuni oder dem Cytomegalie-Virus.
  4. Das Syndrom ist gefährlich, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Schwäche der Atemmuskulatur. Es kann sogar eine künstliche Beatmung erforderlich werden. 
  5. Daher ist eine konsequente ärztliche Behandlung dringend indiziert. Eine Therapie-Option ist die Plasmapherese. 
  6. Dabei wird das Blutplasma des Patienten gefiltert und schädliche Antikörper herausgewaschen. 
  7. Eine weitere Möglichkeit der Therapie ist die intravenöse Gabe von Immunglobulinen, die über eine Immun-Reaktion zerstörerische Antikörper binden und unschädlich machen. 
  8. Schlimmstenfalls führt das Syndrom zum Tod. Bei optimaler Behandlung kann ein hoher Prozentsatz der Erkrankten jedoch nach circa vier Wochen mit einer Besserung der Beschwerden und einem langsamen Rückgang der Symptome rechnen. 
  9. Der Heilungsvorgang kann sich aber über Monate erstrecken. Gelegentlich bleiben Schädigungen der Nervenbahnen zurück. Auch Rückfälle kommen vor.
  10. Fazit: Neurologische Symptome sollten stets frühzeitig kompetent ärztlich abgeklärt werden, um mögliche ernste Schädigungen zu vermeiden.

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