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Kur- und Heilbäder - Wie werden Quellen entdeckt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Historische und Do-it-yourself-Kurheilbäder.

Als Europa vor Millionen Jahren eine Inselgruppe am Äquator war, legten sich Mineralien des Meerwasser und der Korallenbänke ab. Auf dem unvorstellbar langsamen Weg nach Norden hob die Plattentektonik das mineralhaltige Gestein nach oben. Vereinfacht formuliert: Berlin steht heute auf dem Boden eines Urozeans, während Grundwasseradern von gesunderhaltenden Mineralien des Erdmittelalters angereichert werden.

  1. Wir alle kennen das wasserscheue Verhalten unserer barocken Vorfahren. Vermutlich wäre das bis dato so geblieben, hätte nicht die Nostalgie des 18. Jahrhunderts die Antike wieder aufleben lassen, der römischen Badekultur inklusive. 
  2. Der Zufall ließ im Boden Quellen entdecken, deren Wasser kalt, warm, klar oder trüb waren und eine genesende Wirkung zeigten. Nach römischem Vorbild wurden Heilbäder und Trinkbrunnen eröffnet.
  3. Zunächst waren diese Bäder nur einer elitären Oberschicht zugänglich, aber ab dem 19. Jahrhundert wurden sie zunehmend populärer und zu Jedermannsbädern.
  4. Wenn Du selber eine Heilquelle entdecken möchtest, dann solltest Du ein wissenschaftliches Institut aufsuchen, um Dich über die Plattentektonik der letzten 100 Millionen Jahre aufklären zulassen.
  5. Sobald Du eine Quelle entdeckt hast, musst Du Deinen Fund von Chemieingenieuren bestätigen lassen. Als nächstes solltest Du ein beachtliches Grundstück im Umkreis der Quelle käuflich erwerben oder dieses pachten und Dir die Bauchrechte sichern lassen.
  6. Beauftrage nun eine Baufirma, die auf den Bau von Badeanstalten, zum Beispiel Hallenbäder oder Kurhäuser mit entsprechenden Pools, spezialisiert ist. Und wie solch eine Anzapfpumpe unter einem Gebäude aussieht, kannst Du auf 'YouTube Gesundbrunnen: Die Quelle sprudelt wieder' begutachten. 
  7. Viel Spaß und viel Erfolg - aber Vorsicht - es kann teuer werden!

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